CAPITOL

Wiesbaden (Hessen), Taunusstr. 1

eröffnet: 1907     K0854
geschlossen: 03.10.1965
Sitzplätze: 200 (1918) - 278 (1933) - 250 (1935) - 290 (1950) - 301 (1958/1965)
Architekt:
Betreiber:
Walter Fechner, Heinrich Glücklich & Hermann Kresser
Louis Fischer
Georg Cammerer
Eberhard Wegmann
Samuel Spinat
Heinrich Wald
Theodor Dondajewski
Heinz Blum
Imeg (=Immobilien-Erwerbs GmbH)
Ewert FTB
Theile FTB
1914
1918
1920-1920
1926
1927
1928-1931
1932
1933
1934-1937
1938-1953
1954-1965
Kinoname:Kinephon-Theater  L1406                                                


neuer Kinoname: Kammer-LS





neuer Kinoname: Capitol

Das "Capitol am Kureck" war ehemals ein kleines edles Variete-Theater für Kurgäste (andere sprechen von einer Gemäldegalerie) und wurde erst später zum Kino umgebaut.

Das Gebäude wurde als "Kinephon-Theater" mit 220 Plätzen gebaut und ab 1920 von Georg Cammerer betrieben. Eine andere Quelle spricht ab 1937 vom "Capitol am Kochbrunnen", Taunusstraße 1 mit 288 Plätzen. (Der Kochbrunnen ist heute noch schräg gegenüber.)

Laut der Firmengeschichte der Ewerts gehörte das "Capitol am Kureck" von 1938-1953 zu den Filmbetrieben Erich Ewert. Dann wurde es bis zur Schließung Ende 1965 von Rolf Theile betrieben.

Ein Chronist schreibt: Wiesbaden nahm am 3. Oktober 1965 von seinem ältesten existenten Filmtheater Abschied, dem Capitol. Das am Kureck (Taunusstrasse Ecke Sonnenberger Strasse) gelegene Haus weicht einem Büroneubau. Ein Festival mit 21 von Filmkritikern ausgesuchten Titeln bildete den Abschluß der 63 Jahre, in denen die ehemalige Gemäldegalerie als Lichtspielhaus diente. Die erfolgreichsten Filme des Festivals: »Ninotschka«, »Faust«, »Kinder des Olymp« und »Tatis Schützenfest«. Das im Besitz von Hans Schiffmann befindliche Theater war stets verpachtet. Anmerkung: Dort wurde 1966 das sogenannte "Raiffeisen-Hochaus" der Wiesbadener R&V Versicherung gebaut, die aber in jetzt 2010 dort ausgezogen sind.

Besonders markant (für uns Techniker) war der wie ein Schwalbennest hinten ganz ganz oben angeklebte Projektionsraum (bei uns Vorführraum genannt) mit zwei uralten Ernemann IV Vorkriegs-Projektoren samt Klangfilm-Europa-Junior Tonanlage. Der Vorführraum klebte an der, der Wilhelmstraße abgewandten Seite zum Hang zu und hatte eine endlos lange dünne und sehr sehr steile Eisentreppe ohne Überdachung. Jede Berufgenossenschaft hätte sich heute alleine über den Genehmigungsantrag tot gelacht.

Eingang und Foyer fielen dem Krieg zum Opfer, aber hinter der provisorischen Fassade befand sich glücklicherweise immer noch der intakte Zuschauerraum mit ca. 300 Plätzen. Noch Ende der Dreißiger Jahre gab es im Capitol die Stehplätze für 50 Pfennig. Begehrt waren nach dem Krieg vor allem die (warmen Steh-) Plätze an den beiden Heizungen.

Bis 1958 gehörte auch das "Capitol" am Kureck zu den Ewert-Filmbetrieben. Heute steht dies weithin sichtbare Raiffeisen-Hochaus auf dem Grund und Boden. Wie damals bei dem Hertie Neubau in der Luisenstraße mußten diese Kinos den Neubauten weichen.
Quelle: Fernsehmuseum wiesbaden



Vielen Dank an Thorsten Harwardt für das Bild

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