GLORIA - PALAST

München (Bayern), Nymphenburger Str. 1

eröffnet: 20.11.1926
geschlossen: 11.7.1944
Sitzplätze: 1050 (1926) - 1021 (1940)
Architekt: Ludwig Grothe
Betreiber:
Otto und Hermann Pietzsch 1926-1944

Otto Pietsch - der Besitzer der kurz zuvor eröffneten "Schauburg" - war der Bauherr des am verkehrsreichen Stieglmeyerplatz gelegenen, über 1000 gepolsterte  Sitzplätze zählenden "Gloria-Palastes".
Das Theater hatte eine Länge von 65 m bei einer Breite von 24 m. Die Fassade, in gelber Terranova gehalten und durch sieben hohe Säulen geteilt, war mit drei Plastiken des Münchner Bildhauers Julius Seidler geschmückt. Die eleganten Vorräume, Garderoben und Treppenaufgänge waren mit geflammten Marmorplatten verkleidet, von dekorativen Wandspiegeln vorteilhaft unterbrochen. Der in modernisiertem Barock gehaltene Zuschauerraum wurde reich mit Rokoko-Stuckornamenten verziert. Der Grundfarbton des großen Innenraumes war ein einheitlicher in Siena-Orange, die Stuckprofile waren vergoldet. Der Vorhang war einfarbig in Altgold gehalten, die tiefe Bühne mit ihren Ausmaßen auch für Theateraufführungen geeignet. Der halbversenkte Orchesterraum bot Platz für 50 Musiker. Die technische Ausstattung war auf der Höhe der Zeit wie eigene Transformatorenstation, elektrische Lufterneuerungsanlage, Heiz- und Kühlvorrichtungen, die den ganzen Kellerraum ausfüllten und mit Saug- und Druckkabinen arbeiteten. Im Vorführraum, zu dem ein eigenes Treppenhaus führte, standen zwei Modelle der flimmerfreien Mechau-Apparate.  L26279

Nach dem im Herbst 1939 durchgeführten umfangreichen Erweiterungsumbau der Foyerräume und des Vorführraums mit anschließender Terrasse wurden vom Herbst 1940 bis Frühsommer 1941 die Wände der Foyerräume einschließlich der Kassenvorräume mit Verona-Gelb-Marmor-Verkleidung versehen. Im Kassenraum wurde unter Verwendung von Halleiner Rot-Marmor dem Zeitgeist entsprechend eine Führerbüste aufgestellt und durch Spiegel und einen Marmorkasten mit Blumenschmuck ein freundlicher Eindruck erzielt - zumindest für linientreue Nazis...Im Kellergeschoß war ferner ein heizbarer größerer Raum mit elektrischer Kochecke im Bauernstil eingerichtet worden, der dem Personal als Aufenthaltsraum diente, aber auch von den Bewohnern des Vorderhauses als Luftschutzkeller benutzt werden konnte. Durch die wesentliche Vergrößerung des Vorführraums konnten weitere technische Verbesserungen durchgeführt werden. Die Umstellung auf Beck-Licht erfolgte durch die Aufstellung von zwei neuen Bauer-Hochleistungslampen, die von zwei neuen Selen- Trockengleichrichtern versorgt wurden und durch eine eigene Transformatoren-Hochspannungsanlage nach Belieben ausgenützt werden konnten. Dadurch, das sämtliche Teile der technischen Einrichtung doppelt vorhanden waren, war eine Unterbrechung der Vorführung unmöglich. Die Umstellung auf Beck-Licht erforderte auch die Verwendung eines eigenen Bauer-Dia-Projektors. Außerdem wurde noch eine Mikrofonanlage eingebaut.   FK41148 

Nach der Zerstörung durch einen Bombenangriff 1944 wurde das Kino nicht wieder aufgebaut.

Bilder von 1928 finden Sie hier und hier.

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Datum der Erstellung/letztes Update: 23.04.2026 - © allekinos.com