KREMERS  LICHTSPIELE

Velbert - Nierenhof (Nordrhein-Westfalen), Bonsfelder str. 111 (eh. Bahnhofstr. 18)

eröffnet: Oktober 1906
geschlossen: ca.1959
Sitzplätze: 300 (1920/1959)
Architekt:
Betreiber:
Emil Kremer
Kläre Borchert
1908-1933
1934-ca.1959



Kremers Lichtspiele befanden sich in der Gastwirtschaft "Zum Bahnhof" vom Inhaber Emil Kremer.

Einen schönen Artikel findet man in der Fachzeitschrift "Der Neue Film", Ausgabe 43/1950:
"Am Fuße des Bergischen Landes, an der Grenze zwischen Rheinland und Westfalen, liegt die kleine Gemeinde Nierenhof. Sie hat als weitverzweigte Streusiedlung rund 2900 Einwohner, meist Arbeiter und Bauern. Unser Reporter stattete dem einzigen Kino am Platze einen Besuch ab. An der Kasse von „Kremers Lichtspielen“: „Der Besitzer?" „Bin ich selbst", sagt die Dame hinter dem Kassenfenster. Ein Interview also zwischen Pausen und Bedienen der Besucher. Und wir erfahren, das es sich bei diesem Theater, sehr geschmackvoll und modern aufgemacht, um traditionellen Familienbesitz handelt. Es ist eines der ältesten Filmtheater Deutschlands, denn der Vater der jetzigen Inhaberin hatte es bereits im Jahre 1906 errichtet, als der “Kientopp" noch als Jahrmarktsrummel galt. Papa Kremer ließ sich aber nicht irreführen und hielt an dem einmal geschaffenen Werk fest. Damals waren Einakter von 250 Meter Länge noch Sensationen.
Das reizende Theater fasst 300 Personen und spielt freitags, samstags und montags nur einmal abends, sonntags finden drei Vorstellungen statt. An den übrigen Tagen ist es geschlossen. „Konkurrenzlos? Keine Sorgen?" Die sind vorhanden, obwohl der Ehemann die Karten abreißt und die Schwägerin als Platzanweiserin fungiert. "Anders gehts nicht!" "Sind Sie denn im allgemeinen mit dem Geschäft zufrieden?" „Wenn schlechtes Wetter ist, ja, aber schönes Wetter lässt selbst die besten Filme als scheinbare Nieten durch die Bücher gehen. Heute zum Beispiel haben wir „Mit Büchse und Lasso" (RKO), aber weil zu gleicher Zeit ein kirchliches Jubiläum mit Kirmesrummel " stattfindet, wirkt sich das ungünstig auf den Theaterbesuch aus.“ Interessant ist übrigens, daß der Eintrittspreis für alle Plätze 90 Pfennig einschl. Steuer beträgt.


Nach 1959 finden sich keine Einträge mehr zu diesem Kino. Nach Eingemeindung Nierenhofs zu Velbert lautet die Adresse heute vermutlich Bonsfelder Str. 111.


Einen Artikel mit Fotos lesen Sie
hier

  Ansicht 1930er-Jahre (Bildquelle: Postkartenausschnitt) - Vielen Dank an Jörg Ostheimer für das Foto

zurück zur Nordrhein-Westfalen-Liste

zurück zur Startseite

Impressum und Datenschutzerklärung

Datum der Erstellung/letztes Update: 10.08.2026 - © allekinos.com