UNIVERSUM

Stuttgart (Baden-Württemberg), Königstr. 4

eröffnet: 02.10.1930 - 28.09.1950 (Wiedereröffnung)
geschlossen: 1970
Sitzplätze: 1573 (1940) - 230 (1949) - 1583 (1950) -  1909 (1954)
Architekt: Schmohl, Eitel & Staehelin (1930) - Eugen Merz, Ruf und Emil Glücker ( Wiederaufbau 1950)
Betreiber: Friedrich Kurth (Schwäbische Urania)                      1930-1944                           Kinoname: Universum
Willy Colm                                                               1949                                    neuer Kinoname: Filmbühne im Haus Universum
Eugen Merz Erben (EM)                                          1950-mind.1967                   neuer Kinoname: Universum

Das Großkino war der "Schwäbischen Urania" angegliedert und wurde von Friedrich Kurth 1930 eingerichtet. Laut der Zeitschrift "Der Film" war die äußere Fassade äußerst eindrucksvoll; Vorräume, Foyer und Saal auf das Zweckmäßigste gebaut.

Das neue Kino war außerordentlich günstig in der unteren Königstraße, im neuen Mittelpunkt des Verkehrs nahe dem Hauptbahnhof, gelegen. Der Theaterbau war organisch verbunden mit einem Gebäudekomplex, der .moderne Läden, Büros und ein Café enthielt. Die
Architekten Professor Schmohl, Albert Eitel und Baurat Staehelin in hatten unter. Mitwirkung von  Prof. Kitzinger den Bau geschaffen. Ein Moment, das sich  bewährte, war die Prüfung des Modells durch den Dozenten für Schall- und Wärmelehre der Technischen Hochschule in Stuttgart.
Die Vorräume zeichneten sich durch schlichte Monumentalwirkung aus. Breite Treppen gliederten die geräumige Eingangshalle. Sie führten zu einem balkonartigen Foyer. Die Aufmerksamkeit im Theaterraum wurde auf die Bühne konzentriert, deren Rahmen durch schlichte Linienführung wirkte. Der Saal und die Bühne befand sich im Flügelgebäude des Komplexes, das sich an das Vordergebäude anschloss. Der Balkon war freitagend bei einer Ausladung von 10 m und einer Breite von 24 m. Eine vielseitige Verwendungsmöglichkeit des Hauses war dadurch gesichert, das die Bühne mit Schnürboden, Beleuchtungsbrücken. allen lichttechnischen Schikanen und wirkungsvollen Vorhängen ausgestattet wurden. Orchesterraum und Orgel fehlten nicht.
Die  Eröffnungsfeiertrug in jeder Einzelheit den Stempel der Persönlichkeit des Theaterleiters Friedrich Kurth. Glockenspiel und die Meistersinger-Ouvertüre des Stuttgarter Philharmonischen Orchesters bereiteten die Stimmung für Festreden vor, deren, interessanteste die Ansprache Kurths bildete.  Die "Ufa-Woche" und "Micky bei der Feuerwehr" waren willkommenes Beiprogramm. Gut gewählt für die Eröffnung fand die Ufa- Klangoperette „Drei von der Tankstelle “ herzliche Aufnahme. Die Regie der Eröffnungsfeier ermöglichte zum Schluss die Vorführung eigener Aufnahmen vom Auftakt. L30239 K30233

1944 wurde das Gebäude bis auf die Grundmauern zerstört.

Nach dem Krieg betrieb Willy Colm hier ein kleines "Behelfskino", ehe die E.M.-Betriebe das Filmtheater in dreimonatiger Bauzeit mit gegenüber dem Vorkriegsbau nochmal erhöhter Sitzplatzzahl ausbauten. Das neue Theater fasste 985 Sitze im Parkett und weitere 600 auf dem Balkon. Die Bühne mit 13 m Breite und einer Tiefe von 6,5 m bot auch für andere Veranstaltungen Raum. Ein Orchesterraum für 30 Personen war vorhanden. Der Innenraum war in Elfenbein, Grün, Rot und Beige gehalten. Neu war die Art der Beleuchtung, bei der an der Decke angebrachte Neonröhren verwandt wurden, die ein warmes, gedämpftes Licht verbreiteten. Die technische Ausstattung bestand aus zwei Philips FP 6, 75 Ampere-Projektoren, zwei 40-Watt-Verstärker und einer Phillips-Lautsprecherkombination hinter der Leinwand, die abgedeckt 6 x 4 Meter maß. Im Gegensatz zu früher war eine Klimaanlage eingebaut. Außerdem verfügte das Filmtheater über einen Orchesterraum. Der Besitzer Eugen Mertz hatte mit der Direktion der
Palast-Lichtspiele ein Freundschaftsabkommen getroffen, um Konkurrenzkämpfe zu vermeiden und sich die Aufführung der besten Filme zu teilen.
Das wiedererstandene Großkino wurde mit der Uraufführung der Paula Wessely-Produktion "Cordula" eröffnet. Die Hauptdarsteller Wessely, Atilla Hörbinger und Jane Tilden sowie Regisseur Gustav Ucicky waren als Stargäste vor Ort.   E5037

1970 kam dann das Aus für das mittlerweile viel zu große Ein-Saal-Haus.


Heute steht hier der "Kaufhof".


Ansicht1938 (Bildquelle: Postkartenausschnitt) - Vielen Dank an Jörg Ostheimer für das Foto



Universum 1954 (Bildquelle: Der neue Film/Gloria/Bayer)

Saal 1950 Bildquelle: Der Neue Film 41/1950)

Saal 1950 (Bildquelle: Filmwoche 43/1950)
Weitere Fotos finden Sie bei Cinematreasures -  wie fast immer bei diesem Webprojekt ohne jegliche Quellenangaben... Ein Foto auch (wahrscheinlich temporär) hier -  für 900,00 € zu erwerben...

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