| DELPHI |
Stuttgart (Baden-Württemberg), Tübinger Str. 6
| eröffnet: | 15.3.1912 |
| geschlossen: | in Betrieb |
| Sitzplätze: | 700 (1918) - 470 (1920) - 500 (1930/1958) - 288/104 (1980) - 244/80 (2007) |
| Architekt: | |
| Betreiber: | Pagu, Frankfurt, später U.T.,
Berlin 1912-mind.1918 Kinoname.
U.T.-Lichtspiele Schwäbische Urania mind.1920-mind.1924 Wilhelm Nagel & Karl Kauderer 1930 neuer Kinoname: Union Elise Nagel mind.1940mind.1949 Karl Wössner mind.1953-mind.1960 Colm FTB mind.1967-2001 neuer Kinoname: Delphi Arthaus FTB seit 2001 |
Das Delphi ist das älteste Stuttgarter Kino das heute noch existiert. Eröffnet wurde es 1912. In den 60ern wurde der Balkon zu einem eigenen Kinosaal umgebaut. Heute ist das Delphi ein modern gestaltetes Kino mit einem ansprechenden Programm. [Quelle: "Von Atlantis bis Urania - Filmtheater in Baden-Württemberg" von Herbert Spaich, Bleicher Verlag, Gerlingen, 2003]
Freitag, den 15.März 1912 fand vor geladenen Gästen die Eröffnung des "Uniontheaters" Ecke Tübinger- und Königstraße duch das Unternehmen "Projektions-AG Union (Pagu)",Frankfurt statt.
Durch ein mit wuchtiger Skulptur bekröntes Portal und ein mit Marmor ausgestattetem Vestibül betrat man den grossen hohen Saal, der im Parterre etwa 400 Plätze fasste und oben eine breite Galerie mit Königsloge trug. Der Saal hatte eine vornehme Farbtönung mit hellem Grau und diskreten Gold bei dunkelroter Bestuhlung und Wandbekleidung. Die Decke war durch Bänder gegliedert und trug die prächtigen Beleuchtungskörper. Auch die Bühne war durch architektonische Ausgestaltung des Rahmens im antiken Stil eigenartig gestaltet.
Das Eröffnungsprogramm war abwechslungsreich und geschickt zusammengestellt: Der Sprecher des Prologs - Herr A. Mellini aus Berlin - so verkündete der Geschäftsführer , habe sich mit dem Zug leider verspätet , und nun sah man bildlich dargestellt ihn eben am Bahnhof Stuttgart austeigen und nach einer verzweifelten Irrfahrt endlich zu Pferd in der Tübingerstraße ankommen und - der richtige Mellini kam atemlos hereingestürtzt, freudig überrascht von der Fixigkeit des Kinematographen, der sein ganzes Mißgeschick schon verraten habe. Nach einem weiteren satirischen Prolog folgten Bilder der letzten Ereignisse. Der zweite Teil zeigte ethnologische Bilder aus Borneo und Sujets von den Niagarafällen sowie Szenen aus einem Walzwerk. Eine Reihe berühmter Bühnenkünstler in ihren Hauptrollen vervollständigte das hübsche Gesamtbild. (Quelle: Kinematograph 273)
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