MONOPOL

Solingen - Ohligs (Nordrhein-Westfalen),  Düsseldorfer Str. 23 / Sauerbreystraße 1  

eröffnet: 1912 - 02.03.1950 (Neueröffnung  Sauerbraystr.)
geschlossen: ca. 1970
Sitzplätze: 530 (1949/1967)
Architekt: Heinz Stupp (Umbau Sauerbraystr. 1 1949)
Betreiber: Maria Thau               1949-mind.1967

Das „Monopol" in Ohligs öffnete als eines der ersten festen Kinos im Solinger Raum schon vor dem Ersten Weltkrieg seine Pforten, zuerst an der Düsseldorfer Straße 34/36. Kurz nach Ende des Krieges zog Karl Klein mit seinem Kino auf die andere Straßenseite in das Hinterhaus von Nummer 23. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte das „Monopol" zunächst im März 1946 am alten Standort wiedereröffnet werden. Weil aber der Pachtvertrag nicht verlängert wurde, sahen sich Karl Klein und sein Schwiegersohn Eduard Thau schließlich zur Verlagerung ihres Lichtspieltheaters gezwungen. Nach umfangreichen Umbauarbeiten, die der Kinospezialist Heinz Stupp als Architekt leitete, zog das „Monopol" in das ehemalige Hotel Viktoria auf der östlichen Seite des Ohligser Bahnhofs (Sauerbreystraße 1). Der in geschmackvollen Pastelltönen gehaltene Zuschauerraumwar mit einer bequemen Bestuhlung ausgestattet. Zur Premiere lief de Film "Ihre wunderbare Lüge".  W5011
Obwohl das „Monopol" von den Räumlichkeiten durchaus mit den damals modernen Neubauten mithalten konnte, erwies sich der neue Standort als eine gewisse Randlage, die sich auch in der Zuschauergunst negativ bemerkbar machte. Als Reaktion auf diese Entwicklung erhielt das Ohligser „Monopol" sein ganz besonderes Profil. Hier liefen 1957 spannende „Actionfilme", darunter eine Reihe von Kriegsfilme und fast ausschließlich internationale, überwiegend US-amerikanische, Produktionen, so genannte „B-Filme". Nur ausnahmsweise flimmerte mal ein heiterer Unterhaltungsfilm über die Leinwand. Zuerst waren diese Filme meist im „Deli", „Grünewald" oder „Palast" gezeigt worden. Das Programm des „Monopol" war laut und aggressiv, richtete sich vor allem an junge, männliche Erwachsene. In den 1960er Jahren änderte das Kino für kurze Zeit den Namen in „Rex", um dann ab 1969 als „Bali" die letzten Jahre bis zur Schließung dem Ruf der meisten anderen Bahnhofslichtspiele als „Schmuddelkino" zu entsprechen.
Quelle: Jörg Becker — Georg Mergard — Ralf Rogge (Hrsg.) Kino Heimat Solingen - Über die Glanzzeit des Kinos ISBN 3-928956-18-3 Selbstverlag Stadtarchiv Solingen N5011


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