| WALHALLA |
Pirmasens (Rheinland-Pfalz), Landauer Str. 19b
| eröffnet: | Ende 1913 |
| geschlossen: | in Betrieb |
| Sitzplätze: | 700 (1920/1958) - 713 (1960/1971) - 247/162/142/73/40 (2009) |
| Architekt: | Hans Kieser, Stuttgart (Umbau 1960) |
| Betreiber: | Familien
Ohr und Sieger
1913-1993 Walhalla Cinehouse, Homburg 1994 Bildstein-Adloff 1995-2003 Schauffler & Schlemm, Mellrichstadt 2003-2007 Theodor Sieber, Laupheim seit Dezember 2007 |
Die Pirmasenser
Familie Ohr war mit ihrem Wanderkino einer der ersten Kinobetreiber
Deutschlands. Sie gastierten unter anderem auch auf dem Münchener Oktoberfest.
Der Vater des 1868 geborenen Heinrich Ohr betrieb ein anatomisches Museum, die
Mutter entstammte der Theaterfamilie Schichtl. In seinem Marionetten-Theater
führte Heinrich Ohr alte und selbstgeschriebene Märchen vor, eine Liebhaberei
neben seiner Tätigkeit als Filmschausteller. Ohr starb am 14. April 1954 im
Alter von 85 Jahren. L1318+48
W5342 W5416
1913 entschloss sich Heinrich Ohr - dem Trend der Zeit folgend - ein großes Lichtspielhaus zu gründen. Er kaufte erwarb von der Firma Bourbignon die ehemalige Diehlsche Schuhfabrik. So entstand der imposante Bau der "Walhalla".
Mit "La Dolce
Vita" eröffnete das Kino nach umfangreichen Baumaßnahmen 1960 erneut. Friedrich
Sieger hatte das Haus ein Jahr zuvor käuflich erworben. Nach dem Innenhof zu
wurde das Kino um etwa 2 Meter verbreitert. Dadurch gewann man mehr Raum und
gleichzeitig ein helles Seitenfoyer, genügend Notausgänge und eine moderne
Toilettenanlage. Die Kasse wurde von innen nach außen verlagert, so daß das
vordere Foyer ebenfalls größer wurde. Im Zuschauerraum fiel zunächst die
Verlegung der hohen Decke auf. Sie wurde weiter nach unten gezogen, und durch
das Anbringen von schalldämpfenden Platten erreichte man eine erhebliche
Verbesserung der Akustik. Durch den früheren Orchestergraben vor der Leinwand
hatte das Theater zuvor ein sehr starkes Gefälle. Jetzt hob man den Boden an und
die vorderen Sitzreihen stiegen etwas an. Die Sitzplatzahl wurde trotz der
Raumerweiterung nicht erhöht. Breiter Reihenabstand und bequeme
Hochpolstersessel sollten den Besuch so angenehm wie möglich gestalten. Die
Entwürfe für die Innenausstattung stammten von der Firma Kentner aus Stuttgart.
Der dunkelrote Fußboden harmonierte mit der graublauen Decke und der
Wandbespannung, die links hellblaue und rechts gelb-grüne Töne aufwies. Die
Wände wurden durch moderne Lichtquellen unterbrochen. Der dunkelbraune
Theatervorhang nahm die ganze vordere Wand ein. Der Vorführraum und die
Bauer-Maschinen wurden gründlich überholt und mit sämtlichen Neuerungen
ausgestattet. W6038
1973 wurde zunächst der große Saal durch eine Zwischendecke geteilt. Im Untergeschoss verblieb das nun kleinere, aber immer noch großzügige Walhalla. Im Obergeschoss kam das ROYAL neu hinzu. Im früheren Balkon des Walhalla entstand das PRINZESS.1974 wurde seitlich ein weiterer Saal, das LUX angebaut.1975 wurde schließlich noch ein früherer Nebenraum zum STUDIO umgebaut.
2008 wurden die fünf Kinos im Walhalla-Kinocenter runderneuert. Vier der fünf Kinos erhielten eine neue Bestuhlung. Auch die Wandbespannungen und Bodenbeläge in den Kinos wurden erneuert. Der gesamte Foyerbereich wurde renoviert. Zudem wurden in allen fünf Vorführräumen technische Mängel beseitigt und die Tonanlagen neu eingemessen.
Die Kinosäle 2009:
WALHALLA - 247 Plätze - Dolby Digital - Leinwandbreite ca. 10 Meter
ROYAL - 162 Plätze - Dolby Digital - Leinwandbreite ca. 7 Meter
PRINZESS - 142 Plätze - Dolby Digital - Leinwandbreite ca. 7 Meter
LUX - 73 Plätze - Dolby SR - Leinwandbreite ca. 5,50 Meter
STUDIO - 40 Plätze - Dolby SR - Leinwandbreite ca. 4,50 Meter


Vielen Dank an Theodor Sieber für die Bilder von 2008 und die Informationen.
Datum der Erstellung/letztes Update: 05.11.2025 - © allekinos.com