LITO - PALAST

Oberhausen - Sterkrade (Nordrhein-Westfalen),  Steinbrinkstr. 21

eröffnet: 1931
geschlossen: 1976
Sitzplätze: 900 (1937) - 975 (1950) - 1050 (1967) 
Architekt: Dustmann, Bielefeld (Neueinrichtung 1949)
Betreiber: Franz Röder 1931-1976
Pesch & Co.

1931 wurde das Lichtspieltheater Lito im Sterkrader Stadthochhaus eröffnet. Der erste und einzige Pächter dieses Gebäudes war der Kinounternehmer Franz Röder.
Im Krieg wurde die Bühnenwand zerstört, doch schon ab 1945 spielte man hier wieder Filme.
1949 wurde das Gebäude in den ursprünglichen Zustand versetzt und Theaterleiter Röder sanierte in diesem Zug auch den Innenraum seines Kinos. Auf die von friesfarbenen Velour umspannten Wände wurde ein Netz rautenförmig geordneter Holzleisten gelegt, die der Wand die Starre nahmen. Von den Folien, die die Wand nach oben abschlossen, liefen sich verjüngende Bahnen über die Decke zur Mitte hin, wo sie auf eine ovale Wölbung trafen, die durch milchig-blaues, ätherisches Licht die Tiefe des Himmels vortäuschte. Auf dem Gesims der Wände waren vergoldete Blütenkelche angebracht, deren Blätter das Licht verbargen. Das Blumenmotiv wurde im Bühnenraum wiederholt. Er gab dem lichten Raum halb orientalisches Gepräge  Eine Art Baldachin, auf zwei von Goldspiralen verzierten Säulen ruhend, drang zum Zuschjauerraum vor. Seine Decke war gläsern und von vergoldetem Blattwerk gerandet.Im Hintergrund der Balustrade stand das Viereck mit der Bilwwand. Die Umrandung war nicht starr symetrisch, sondern nach oben leicht verjüngt, was eine Nuance von Schwerelosigkeit ins Ganze mischte. N4925
1976 schloß Familie Röder den Lichtspielpalast nach 45 Jahren. Der Oberhausener "Platzhirsch" Pesch verwendete den Kinoname danach für einen Saal in seinem Kino in der Wilhelmstraße bis zu dessen Schließung weiter. Der Kinoraum war anschließend eine Discothek, bevor er zum Bürersaal umfunktioniert wurde. Die Fotos auf der Homepage lassen noch den Glanz des Filmtheaters erahnen.

Hier noch ein Bericht über den Kinobetreiber Franz Röder:
Am 8. September beging Franz Röder in Oberhausen-Sterkrade den 65. Geburtstag. Der gebürtige Düsseldorfer übernahm 1931 den neu erbauten Lito-Palast in Sterkrade, erwarb 1935 die Atrium-Lichtspiele in Osterfeld und kurz vor Kriegsende die Kastell-Lichtspiele in Holten. Seinen schon 1938 entwickelten Plan, Bahnhofskinos einzurichten, konnte er erst 1949 mit dem Bali in Essen realisieren. 1950 folgte das Bali in Gelsenkirchen; bis 1959 kamen die Balis in Dortmund, Bremen, Oberhausen, Kassel, Bochum, Düsseldorf und Bremerhaven hinzu sowie das Kino 7 im Omnibusbahnhof in Essen. 1955 erwarb Franz Röder den Tobi-Palast in Sterkrade und die Schauburg in Bottrop. Insgesamt betreiben die von Franz Röder geleiteten Unternehmen 15 Lichtspielhäuser.
Quelle: Film-Echo 71/1966

 
Bilder von 2011

 
Stadthaus mit Lito-Kino 40er-Jahre (Bildquelle: Postkarte)         Saal 1949 (Bildquelle: Der Neue Film

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