RIES-THEATER

Nördlingen (Bayern), Kohlenmarkt 4

eröffnet: 14.10.1939
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 500 (1939/1967) - 210/110 (1979/1990) - 220/120 (1999/2013)
Architekt: Ernst Zeh, München / Christmann (Bauleitung)
Betreiber:
Käte & Alois Tyroler, später FTB Tyroler
Alfred Speiser, Weinheim
Silke Hüttmann, Bopfingen
Silke Hüttmann & Johannes Böhm
Movieworld GmbH Gf: Marion Walewski
1939-
2004
2011
2013
2025



1939 erhielt Nördlingen mit dem "Ries-Theater" ein neues Großkino an der Ecke Kohlenmarkt und Drehersgasse, nachdem das bisherige Platzangebot zu klein wurde. Nach fast einjähriger Bauzeit eröffnete es mit der NS-Auftragsproduktion "Robert Koch". Auch im Foyer waren die Zeichen der Zeit erkennbar: An der Kasse prangte der Spruch: "Wir sind vergänglich, doch Deutschland muß leben!". Die senkrechte Einteilung der Hauptfront, die mit der Eingangstür und den Fensterreihen des Vorraums verlief, , verlieh dem Bau klare, geradlinige Strukturen. Die Schaukästen waren in die Mauer eingelassen. Der Vorraum war im altgermanischen Stil durchgearbeitet.In der Mitte die altgermanische Sonne, in zwölf Feldern die Gestirne. Ein Beleuchtungskörper - eine Nachahmung im Wikinger-Stil - lenkte den Blick auf sich. Die Wand war vertäfelt, der Boden mit Solnhofer Platten belegt. Die Kasse hatte mehrere Schalter, rechts davon gliederte sich eine kleine Garderobe an. Von der Eingangshalle gelangte man durch zwei Türen in den großen Saal. Die Stimmung wurde durch die Weite des Raums und eine zurückhaltende Farbgestaltung erreicht. Der Raum erfasste eine obere Rangloge, zu der man über eine bequeme Treppe gelangte. Sie hatte 100 gepolsterte Sitzplätze. Eine untere Loge mit 60 Polstersitzen und 340 Sitze im Saal vervollständigten das üppige Platzangebot.  Der schalldämpfende Boden und die Bestuhlung waren so angeordnet, das man von jedem Platz gute Sicht auf die Leinwand hatte. Bis zur Mitte des Saals fiel der Boden um 30 cm ab. Eine schallverbessernde Akustikdecke aus Holzzementgewebe war eingebaut. Sie war an der Dachkonstruktion aufgehängt. Der raue Verputz der Decke erhöhte die Akustik wesentlich. Sie war nur unterbrochen durch einige Längsstreifen und durch die indirekten Beleuchtungskörper, die ein angenehmes Licht verbreiteten. Die große Leinwand wurde durch dunklen Samtbeschlag an beiden Seiten abgeschlossen. Die Verkleidung des unteren Teils der Wände war in Fichte mattiert gehalten. Durch eine Warmluftheizung konnte die Temperatur des Saals innerhalb einer Stunde bis auf 20 Grad erwärmt werden. Der Vorführraum, in dem zwei Bauer B4-Maschinen Platz fanden, war vollständig vom Saal getrennt und über eine Außentreppe erreichbar.
Quelle: Rieser Nationalzeitung 12.10.1939

1957 wurden zwei Bauer B 11-Projektoren eingebaut. Damit konnten alle damals gängigen Bildformate gespielt werden.  N5780

1974 wurde der Saal recht unsensibel geteilt. Es entstanden zwei schlauchförmige Kleinkinos.


Weitere Informationen und Fotos hier.




Ansicht ca. 1950



Ansicht 2003

Kinokasse nach der Renovierung Anfang der 1990er-Jahre

Foyer 1968


großer Saal nach Neubestuhlung 1984

großer Saal nach Neubestuhlung 1984

Studio nach Renovierung in den 1990er-Jahren


Studio nach Renovierung in den 1990er-Jahren


Vielen Dank an Hermann Rasch für die Informationen und Bilder






Ein weiteres Foto hier.




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Datum der Erstellung/letztes Update: 18.01.2026 - © allekinos.com