Mönchengladbach
(Nordrhein-Westfalen), Hindenburgstr. 170
| eröffnet: |
1912 |
| geschlossen: |
um 1977 - ca.1985 (Bambi)
|
| Sitzplätze: |
1000 (1918) - 600 (1920) - 1450 (1928) - 1388 (1940) - 662 (1949) - 1418 (1951) - 1070 (1955) - 638/367 (1960)
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| Architekt: |
Hanns Rüttgers (Renovierung 1954) - Günter Ritter, Düsseldorf (Renovierung 1974) |
| Betreiber: |
Union-Theater GmbH
1917 Union-Theater A.-G. Direktor: Heinrich Herrmann 1918-1927 Union-Theater A.-G. Direktor: S.
Samuel
1928-1931 Wilhelm Fink, Köln
1932-mind.1941 Emil Kleine-Brockhoff
1949-1974 Merkur FTB, Wiebaden
1974-
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1928 wurde das Kino, das schon seit 1912 spielte,
zusammen mit dem Woolworth-Warenhaus komplett umgebaut. Die einheitlich
umgestaltete Front hatte einen Turm mit riesiger Leuchtschrift. Eine tiefe,
steinverkleidete Halle mit guter Beleuchtung führte zum Kassenraum, der sich zum
Vestibül verbreiterte. Von hier aus ging es ins Parkett und über eine breite
Steintreppe zunächst zum hallenartigen Zwischenstock, in dem eigenartige
Mosaikfenster auffielen, dann weiter zum Rang. Das Theater hatte jetzt 1450
Sitzplatze. Sowohl das Parkett als auch der Rang präsentierten sich in
milchkaffefarbener Holzverkleidung. Mattes Blaugrün leitete zur
Decke über, die mit Lichtrampen geschmückt war. Ein Rahmen von dreifachen
Lichtstreifen umgab die Bühne.
Im Wiedereröffnungsprogramm (Mitte September)
referierte der Komponist Paul Mania in einem virtuosen Vortrag über die
Wurlitzer-Orgel. Von getragenen zu leichten Melodien und musikalischen Scherzen
übergehend demonstrierte er die Vielseitigkeit dieses Instruments. Nach der
Wochenschau zeigte man den Film "Heute spielt der Strauß (Walzerkönig)", während
es in den üblichen Vorführungen dazu noch "Robert und Bertram" gab. K281143
Im Herbst 1943
wurde das Theater zerstört. 1946 begann man mit den Bauarbeiten. 50 Waggon
Schutt förderte man allein aus dem zusammengestürzten Saal. Der Wiederaufbau war
1949 vollendet.
Durch eine Passage mit zahlreichen großen Schaukästen
erreichte man den Kassenraum und das Foyer, die in sich Geräumigkeit, Licht und
ruhige Linienführungen ebenso vereinigten. Im Theatersaal selbst bedeckte der
weitgeschwungene Balkon fast die Hälfte des Zuschauerraums, ohne auf Säulen
gestützt zu sein. Die akustischen Verhältnisse erwiesen sich sowohl für die
Konzertbühne auch für den Tonfilm hervorragend. In der Kabine fuhren zwei
Ernemann VII B-Maschinen
Eröffnungsfilm war "Du bist nicht allein", dessen
Regisseur Paul Verhoeven persönlich zu dieser Welturaufführung kam.
Das in
unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes gelegene Kino spielte täglich vier
Vorstellungen, beginnend um 14:00 Uhr. Samstags gab es Spätvorstellungen,
Sonntags eine Matinée. Es gab sechs Platzkategorien. W4929
1954 wurde das
Haus von Emil Kleine-Brockhoff mit einer 10 x 10 m großen Tanzfläche im
Zuschauerraum ausgestattet. Die Sessel waren „ambulant" aufgestellt; nunmehr
1200 statt früher 1418 Plätze. Eingebaut wurden Rigips-Decke mit Lichtvouten
sowie Wandverkleidung aus Mahagoni und grauem Kunstleder. Das Theater erhielt
eine vierkanal-stereophonische CinemaScope-Anlage. Die Bildwand war 8 Meter hoch
und 12 Meter breit. N5486
E5441
1960 wurde das Kino für einige Wochen geschlossen und
durch einige bauliche und vor allem innenarchitektonische Veränderungen
entstanden nun zwei neue Lichtspielhäuser, die Emil Kleine-Brockhoff der
Öffentlichkeit übergeben konnte. Von der Hindenburgstraße gelangte man durch
eine für beide Kinos gemeinsame Kassenhalle und ein Foyer mit Garderobe in das
im Erdgeschoß liegende „Große Union-Theater“ mit 554 Parkett- und 84
Logenplätzen. Bei dem jetzt eigentlich nicht mehr ganz gerechtfertigten Namen
„Großes Union“ blieb es, da es ja auch noch ein „Kleines Union-Theater“ auf der
Roer monder Straße (483 Sitzplätze) gab. Mit einem breiten Mittelgang und zwei
Seitengängen wurde die Bestuhlung sehr großzügig angeordnet, so daß man alle
Plätze bequem erreichen konnte und überall einwandfreie Sicht gewährleistet war.
Der Bildwerferraum lag zwischen den Logen und unterteilte diese in zwei Blöcke.
Die Gänge des Zuschauerraumes wurden mit Velour ausgelegt. Die raffinierte Form
der neuen abgehängten Saaldecke, der blaue Paradevorhang, die blauen und gelben
Stoffbezüge der Hochpolster-Bestuhlung und recht aparte Beleuchtungskörper gaben
dem Gesamtbild sehr wirkungsvolle, dekorative und farbige Akzente.
Von der
Doppel-Kassenhalle aus kam man außerdem über die frühere breite Rangtreppe in
das Foyer des kleineren Filmtheaters mit eigenen. Garderoben- und
Toiletten-Anlagen, das den neuen Namen „Palette“ hielt. Dieser Zuschauerraum
fasste 367 Besucher und hatte dementsprechend durch seine eigenwillige
Gestaltung (wiederum eine abgehängte Saaldecke) und intime Ausstattung (u. a.
ein silbergrauer Bühnenvorhang und eine mit blauen und gelben Stoffen bezogene
Hochpolster-Bestuhlung) einen studioartigen Charakter erhalten.
Der Park der
Filmtheater-Betriebe Emil Kleine-Brockhoff & Co., Kommandit-Gesellschaft,
umfasste nunmehr zehn Leinwände in Mönchengladbach und Rheydt. W6032
Eine weitere Modernisierung erfuhr das Haus
1974 nach der Übernahme durch die Merkur-Filmtheaterbetriebe. Am 22. März dieses
Jahres wurde der Betrieb mit dem Film "Papillon" wieder aufgenommen. Die
bequemere Bestuhlung und verbesserte Technik verhinderten aber nicht die
Schließung des großen Saales schon wenige Jahre später. Das inzwischen im
gleichen Haus residierende "Bambi" - vermutlich der ehemalige Balkon - spielte
noch etwas länger. Letzteres wurde ebenfalls 1974 modernisiert, wobei die
Sitzplatzzahl von 210 auf 161 sank. Die neuen Sessel waren im Stoff abwechselnd
uni-Blau und gestreift bezogen. An aufgehängten Leisten befanden sich
Punktstrahler, die sowohl die Wände als auch den Vorhang beleuchteten. Hier war
der Wiedereröffnungsfilm "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh".
E7422

Union 1955 (Bildquelle: Filmblätter 25/55)
Weiteres Fotos finden Sie hier, hier und hier.
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Außenansicht 1931 (Bildquelle: Postkartenausschnitt)
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Datum der Erstellung/letztes Update: 08.01.2926 - © allekinos.com