Mönchengladbach
(Nordrhein-Westfalen), Hindenburgstr. 256
| eröffnet: |
29.06.1956 |
| geschlossen: |
Mitte 1990er-Jahre |
| Sitzplätze: |
343 (1956) - 260 (1978) |
| Architekt: |
Peter Heuser, Hans Remmelmann und
Benno Sommer - Günter Ritter, Düsseldorf (Renovierung 1980) |
| Betreiber: |
Ernst Tabertshofer
1956-1968 Emil Kleine-Brockhoff 16.5.1968-1974 E6845 Merkur FTB, Wiesbaden 1974-mind.1983 Residenz FTB, Eschweiler 1991 |
Im Westland-Haus in Mönchen-Gladbach, einem gegenüber
dem Hauptbahnhof errichteten Hochhaus, eröffnete der Kölner Theaterbesitzer
Ernst Tabertshofer 1956 sein "Lux"-Kino mit 343 Sitzplätzen. Das Lux war das
erste Aktualitäten-Theater in Mönchengladbach. Herr Tabertshofer betrieb auch
das "Lux am Dom" in Köln. Die Entwürfe stammen von den Architekten Peter Heuser,
Hans Remmelmann und Benno Sommer. Theaterleiter war Kurt Breker. An den
Seitenwänden des Zuschauerraums befanden sich zitronengelbe, gefältelte
Acella-Bespannungen (Dekorationen Wilhelm Hammann KG., Düsseldorf), die sich an
der Stirnwand zu einem in der Mitte schwarz abgesetzten Bühnenvorhang
zusammenschlossen. Eine leuchtende Uhr über der 4,10 x 9,20 Meter großen
Sonora-Plastik-Bildwand mahnte termingebundene Besucher. Von der Bühnenwand
führte ein Sockel aus grauem, genopptem Kunstleder zum Rang hinauf. Auch die
Rückwand im Parkett war mit diesem Material verkleidet. Die Polsterbestuhlung in
den Farben Grün, Gelb, Grau, Braun und Rot (Reihenabstand 90 cm) montierte
Heinrich Kamphöner, Bielefeld. Besonders hervorzuheben: der als Raucherloge
ausgebildete Balkon mit an den Sesselrücken befestigten Feuerzeugen. Durch
günstige Belüftungstechnik konnte auf eine gläserne Trennwand verzichtet werden.
Die von Siemens-Klangfilm gelieferte Technik für Breitbild und Cinemascope
bestand aus Askania AP Xll-Projektoren mit Dia-Anbaugerät und einer
Vierkanal-Magnetton-Anlage. Das Theater verfügte ferner über eine
UKW-Übertragung für Schwerhörige sowie eine vollautomatische Klimaanlage (Ing.
Jacob Horst, Bonn) mit Ölheizung und Frischluftregulierung. N5657 E5656
Nach Renovierungsarbeiten
eröffnete das Kino am 1. Juli 1966 erneut. In den ersten 10 Jahren zählte das
Haus laut Betreiber Ernst Tabertshofer 6 Millionen Besucher, was mir reichlich
übertrieben vorkommt. E6654
Dazu schreibt Leser Brian Zimmermann:
"Ich denke nicht, dass das hochgegriffen ist. Im Gegenteil, ich hätte
fast mehr erwartet. Warum? Erstens, es war, wie Sie ja wissen, ein Aktualitäten
Kino. Wochenschau, Werbung, Dokus, Micky Maus oder Fix und Foxy, dann, und das
war sehr clever gemacht: ein halber Spielfilm. Alle die den Film auch zu Ende
schauen wollten, gingen in der nächsten Woche natürlich noch mal hin, wenn ein
neues Vorprogramm mit dem zweiten Teil des Films lief. Also zahlte ein Besucher
gleich zwei mal, für den selben Film. Wer lange auf den Bus warten musste, ging,
je nach Bahnsteig, die 5 bis 15 Meter ins Lux, und schaute sich in der Wartezeit
das Programm an. Über der Leinwand hing eine übergroße Uhr, wo man sehen konnte
wann das Kinoticket abgelaufen war, oder der erwartete Bus kam. Es war schlimmer
als in einem Taubenschlag, rein und raus. So was kann man natürlich nicht mit
einem normalen Kino vergleichen. Doch dann kam noch etwas anderes hinzu: Wir
jungen Leute damals, (lang, lang ist´s her) hatten alle das gleiche Problem:
Wohin mit unseren Freundinnen? Von Toleranz, konnte in dieser Zeit keine Rede
sein. Und so wurde das Lux-Kino in kürzester Zeit, zu einem beliebten, und
überlaufenen, Anlaufpunkt für junge Pärchen. Schnell bekam das Lux den
Spitznamen, „Fummelbunker“ und es wurde, unfreiwillig, schon zum Sex Kino, lange
bevor dort überhaupt Sexfilme liefen. Das Lux war IMMER brechend voll. Leider
war die Zeit für uns natürlich begrenzt und man musste nach weniger als einer
Stunde wieder raus und neue Karten kaufen. Aber da warteten schon die nächsten
… Wer weiß, vielleicht war das sogar die Initialzündung für das spätere Sexkino
im gleichen Haus? Das so die Besucherzahlen in schwindelerregende Höhe schossen,
und man in 10 Jahren auf 6 Millionen zahlende Besucher kam, ist dann natürlich
auch kein Wunder!"
1980 wurde das Kino nochmals renoviert..
Es erhielt verbesserte Bestuhlung, dunkelviolett ausgepolstert, und bot nun
inklusive des
Balkons 256 Personen Platz. Die Decke bekam einen neuen Anstrich, die
Seitenwände wurden mit Baumwollstoff bespannt, teilweise wurde eine neue
Holzverkleidung geschaffen. Technische Vorbereitungen für Dolby-Stereo wurden
ebenfalls vorgenommen. Schon zwei Jahre zuvor renovierte man die Außenfront des
Theaters, eine neue Lichtaußenwerbung mit Programmtafel wurde installiert. Das
Programm war zu dieser Zeit schon längst zum Sexfilm übergewechselt. Zur
Wiedereröffnung am 17.10. wurde dementsprechend Lasse Brauns "Lust"
eingesetzt.

ehemaliges "Lux" 2008
ein hietorisches Foto finden Sie hier.
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Datum der Erstellung/letztes Update: 19.09.2026 - ©
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