UNIVERSUM

Minden (Nordrhein-Westfalen), Markt 22

eröffnet: 20.12.1931
geschlossen: 05.01.1969
Sitzplätze: 720 (1931) - 702 (1942) - 700 (1949)
Architekt: Rixdorf, Mönchengladbach
Betreiber:
Emil Schulte, Bielefeld
Emil Unfried, Berlin
Emil Unfried und Albert Becker
Lina Unfried und Albert Becker  
Lina Unfried
Lilly Oelmann-Zeisner       
1931-mind.1935
mind.1938-1949
1950-1955
1956-1958
1958
1958-1969




N5805
N5897


Das „Universum“ wurde am Sonntag, 20.12.1931, mit dem Film „Bomben auf Monte Carlo“ eröffnet (Mindener Tageblatt, vom 19.12.1931). Lt. der Lokalpresse hätte der Architekt Rixdorf aus Mönchengladbach ein modernes Ton-Lichtspieltheater geschaffen, dass sich mit den Häusern der Großstädte messen könne. Der Neubau des Saales im Bereich eines engen und verwinkelten Hinterhofes sei in einer Bauzeit von nur zehn Wochen entstanden und im Inneren technisch und künstlerisch einwandfrei umgesetzt. Der Zugang fand durch ein (auch heute noch) bestehendes Gebäude am Marktplatz statt. „Vorhalle und Kassenhalle […] sind in ihrer Beleuchtung und Ausgestaltung ganz verschieden gehalten, so dass der Besucher jedesmal einen neuen ästhetischen Eindruck erhält. Sehr wirkungsvoll ist besonders der künstlerische Schwung der […] nach oben führenden Treppe zum Foyer des Balkons“. In Parkett und Rang fanden insgesamt 720 Personen Platz. Die Wandbespannung des Zuschauerraums war ganz „in warmen Rot gehaltenen“. Der Bühnenbereich wies eine Höhe von acht Meter auf. In einem davor angelegten Orchestergraben konnten Musiker auch Ballett- oder Varieté-Veranstaltungen begleiten. Neben den Filmvorstellungen sind jedoch nur wenige andere Veranstaltungen nachweisbar.

Auf alle Fälle nutzte die Britische Armee nach dem Zweiten Weltkrieg den Kinosaal neben Lichtspielvorführungen, auch für Informationsveranstaltung ihrer Militär-Angestellten. Dabei wurde das Kino zunächst vollständig requiriert. Anfang der 1950er-Jahre war dann lediglich die Abendvorstellung noch den Militärangehörigen vorbehalten. Ab dem 28.12.1955 wurde das Kino vollständig für die örtliche Bevölkerung freigegeben. Als erster Film wurde die um Völkerverständigung bemühte Komödie „Der Major und die Stiere“ gezeigt. In den Wochen danach erfolgte eine vollständige Renovierung des Hauses einschließlich des Einbaus einer Cinemascope-Leinwand. Das Filmtheater blieb in dieser Ausstattung bis zur Einstellung des Betriebs unverändert erhalten. Die letzte Vorstellung fand am Sonntag, 05.01.1969, mit dem Film „Django, ein Sarg von Blut“ statt. 

Text: Ralf Wente

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