DIE  BIRKE

Minden (Nordrhein-Westfalen), Marienstraße 7

eröffnet: 24.02.1956
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 492 (1958) - 408 (1983/1995) - 330 (2010)
Architekt: Jürgen Matthias, Preußisch Oldendorf
Betreiber:
Heinrich Kohlwey       
Hermann Groteheide FTB          
Mindener FTB                             
Matthias Stephan
Volker Pannebecker       
FTB Ruhs, Rinteln       
24.02.1956 – 01.05.1970
01.05.1970 – Mitte 1980er-Jahre
Mitte 1980er-Jahre – 13.08.1997
28.08.1997 – 2008
2008 - 23.12.2010
seit 01.06.2011



Bereits die Planungen und Bauarbeiten des Kinos wurden von der der örtlichen Presse umfassend begleitet. So wurde z. B. zum Richtfest am 10.12.1955 ein Artikel über den namensgebenden Baum, der unmittelbar vor dem Grundstück stand, verfasst (Mindener Tageblatt [MT], 12.12.1955). Auch wurde daraufhin gewiesen, dass der Bau mehrere Besonderheiten aufweisen würde. Benannt wurde der Grundriss, der „in einer leicht abgestumpften Eiform gehalten“ sei und an dessen „Spitze die zehn Meter breite Leinwand ihren Platz“ bekommen würde. Hervorgehoben wurde ferner, dass eine Parkettloge sowie eine Raucherloge mit 24 Plätzen vorgesehen wären und dies „bisher nur in ganz wenigen Theatern in Deutschland vorhanden“ sei.
Zur Eröffnung am Freitag, 24.02.1956, präsentierte der Betreiber – der bereits seit 1938 ein Kino in dem nur 10 km entfernt liegendem Ort Hausberge unterhielt – den US-Cinemascope-Film „Alle Herrlichkeit auf Erden“ (MT, 24.02.1956).
Zur Inneneinrichtung wird folgendes mitgeteilt: Der Kassenraum ist mit mahagonifarbenem Sperrholz verkleidet. Das sich daran anschließende Foyer weist einen Bodenbelang mit Solnhofer Platten auf und erinnerte in der Gesamtgestaltung an einen Wintergarten. Auf der Nordseite ist der Raum mit einer mattierten Ornamentglas - Front versehen und kann dadurch viel Tageslicht aufnehmen. Gegenüber der Glaswand befindet sich der Aufgang zur Raucherloge im Ranggeschoss. Die Treppe mit ihrem in wunderschöner Kunstschmiedearbeit gestalteten Geländer hat weiße Kunststeinstufen erhalten. Im Zuschauerraum verschließt ein sechzig Quadratmeter großer Vorhang die Leinwand, hinter der drei Doppellautsprecher zu finden sind. Weitere zwölf Effektlautsprecher sind an der Decke und an den Wänden verteilt; auf diese Weise wird der vollkommenste Zusammenhang von Bild und Ton gewährleistet. Die Plätze im Parkett weisen einen Reihenabstand von neunzig Zentimetern und in der Parkettloge von 100 Zentimetern auf. Insgesamt befinden sich im Parterre damit 475 Sitzplätze. In der Raucherloge, die mit besonders schweren Sesseln mit breiten Armstützen ausgestattet ist, beträgt der Reihenabstand 120 Zentimeter und umfasst insgesamt 24 Sitzplätze. Der Wände des Zuschauerraums sind bis zu einer Höhe von 1,40 Metern mit einem Birkenholz-Wandpaneel verkleidet. Darüber befindet sich eine in Ahorngrün gehaltene Tuchbespannung. Die Farbe findet sich im Bühnenvorhang und der Stuhlpolsterung wieder.
Heinrich Kohlwey betrieb das Theater bis zu seinem Tod im Jahr 1970. Im Anschluss wurde das Haus an den Gütersloher Kinobesitzer Hermann Groteheide verpachtet. Frau Ingrid Bödecker-Kohlwey führte im Anschluss die Mindener Dependance des neuen Lichtspielbetreibers bis zur Geschäftsaufgabe Mitte der 1980er-Jahre. 
Bereits gleich nach Eröffnung der „Birke“ avancierte das Filmtheater zum beliebtesten Kino in der 80.000 Einwohner-Stadt. Es behielt diesen Status bis Ende 2019 bei. Seit dieser Zeit ist „Die Birke“ das einzig verbliebene Kino des Ortes und mit dem Programm auf ein Arthouse-Publikum ausgerichtet. Bis heute fanden mehrere Renovierungen und Umgestaltungen statt. In Teilen ist die stiltypische 1950er-Jahre Ausstattung noch wahrzunehmen.  N5635 B5622

Text: Ralf Wente

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