| DRACHENFELS
- LICHTSPIELE |
Leipzig (Sachsen), Hallische Straße 11
| eröffnet: | 14.09.1927 L27147 | ||||
| geschlossen: | 1945 |
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| Sitzplätze: | 855 (1928) - 850 (1935) - 924 (1940) |
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| Architekt: | Ernst Steinkopf |
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| Betreiber: |
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Im Stadtteil Gohlis
entstand 1927 ein 855 Plätze fassendes Kino mit Parterre und Rang, das laut
Fachpresse den Vergleich mit den großen Innenstadtpalästen nicht zu scheuen
brauchte. Zuvor beherbergten die Räumlichkeiten einen Ballsaal. Am Eingang zum
Foyer waren Bildtafeln angebracht.Besonderes Augenmerk wurde auf eine
gleichmäßige Verteilung des Lichts durch 5000 Glühbirnen und gute Projektion mit
dem neuen Nietsche 4S gelegt. Zur Eröffnung lief in Leipziger Erstaufführung der
Film "Unschuld ohne Kleid" L27221
Edwin Kühn, der zuvor auch schon das Hotel mit Ballsaal geführt hatte, gab die Führung des Kinobetriebs schon bald an den Schriftsteller Felix Burkhardt weiter. Das Lichtspielhaus war vom Juli 1938 bis 1940 infolge von Streitigkeiten innerhalb der Erbschafts-Eigentümer geschlossen. Neue Aktivitäten begannen am 12. Dezember 1939. Das Theater war vollständig veraltet und wurde einem grundlegenden Umbau unterzogen. Der Theatersaal selbst wurde mit Glasgespinst ausgelegt und dadurch die schlechte Akustik in überraschender Weise verbessert. Das Glasgespinst war in maronbrauner Farbe gehalten. Durch Umgestaltung des Ranges in einen Umgangsrang unter Einziehung von Zwischenwänden wurde eine den modernsten Anforderungen entsprechende Ranglösung geschaffen. Das Theater wurde nach vorn durch ein modern gehaltenes Bühnenportal abgeschlossen. Ein dunkelblauer Bühnenvorhang mit vierfarbiger Farborgel sowie Farbspiel-Einrichtung yom Vorführungsraum aus ergaben originelle und neuartige Lichtwirkungen. Zum Einbau gelangten 2 B 8-Projektoren mit Hochleistungslampe, eine Doppeltonanlage Roxy 20 mit dem neuen Super-Lautsprecher. Eine dritte Verstärkeranlage diente dazu, nach dem Foyer Nachrichten zu übermitteln. Alle Verstärkeranlagen konnten auch durch eine Rundfunk-Vorsatzeinrichtung sowie durch eine Mikrofonanlage zur Vermittlung von Rundfunk-Nachrichten und Durchsage wichtiger Betriebsnachrichten benutzt werden. Ein moderner Spieltisch und ein modernes Mischpult gestatten,die verschiedenen Wiedergaben gut und unauffällig Die Mikrofonanlage wurde vor allen Dingen zum Lenken des Publikumsstromes in den Pausen mit Erfolg benutzt. Der Schalttafelraum enthielt 4 moderne Bogenlampen-Gleichrichter mit Umschalte- Vorrichtung, davon zwei für Reinkohlenbetrieb und zwei für Beckbetrieb. Ein hochmodernes Not- und Panikschaltgerät, Ladeschalttafel, Farborgel und elektrischgesteuerter Saalverdunkler ergänzten aufs beste die technische Einrichtung. Zum Einbau gelangte fernerhin eine Saalautomatik - Schützschaltung. An grundsätzlichen Neuerungen, die bisher noch nicht in Theatern verwendet wurden, gelangte ein Zentralbedienungsstand zum Einbau, der in übersichtlicher Weise sämtliche KontrollInstrumente und Betätigungseinrichtungen auf eine große und in die Kabinenvorderwand eingelassene Schalttafel vereinigte. Auch gelangte eine Lichtmess-Einrichtung zum Einbau, die es gestattete, die jeweilige Ausleuchtung an der Leinwand auf der Zentralbedienungstafel zu kontrollieren. Das Theater wurde am 30. März 1940 mit dem Film „Rheinische Brautfahrt“ wiedereröffnet. FK4079 Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Kino zerstört. |