KINTOPP

Hollfeld (Bayern), Theresienstr. 8

eröffnet: Mitte 50er
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 400 (1950) - 250 (1958/1980) - 145 (1986)
Architekt:  
Betreiber: Carl F. Helmut Böhner & Hans Stiefler              1949                             Kinoname: Stadtlichtspiele

Carl F., später Helmut Böhner                           1950-mind.1980   

Ursula Scheicher & Anton Klima, Wiesbaden     mind.1983-mind.1991 neuer Kinoname: Kintopp

Ursula Scheicher                                                1996

Die "Stadtlichtspiele" residierten zunächst in der städtischen "Kulturhalle", die Platz für 400 Besucher bot.

Mitte der 50er Jahre bezog man ein völlig neu errichtetes Gebäude am süd-westlichen Stadtrand von Hollfeld. Die heutige Betreiberin, Frau Ursula Streicher, ließ schon bald, nachdem sie das Kino übernommen hatte, eine Bühne für Kleinkunst- und Musikveranstaltungen vor die Leinwand bauen. Da die Platzkapazität aus der Hochzeit des Kinos nicht mehr erforderlich war und um mehr Beinfreiheit zu gewinnen, beließ sie zwar die alten Klappsitze, entfernte aber jede zweite Sitzreihe. Frau Streicher, die früher einmal Auslandskorrespondentin war und viel in der Welt herum kam, ist ein Glücksfall für das ländliche Städtchen. Ohne die resolute und energiegeladene Frau gäbe es das Kintopp sicher nicht mehr, mit dem sie sich einen Wunschtraum erfüllte, der ihr allerdings auch im inzwischen vorgerückten Alter noch Tag für Tag vollen Einsatz abverlangt. Als ich an einem Sonntag vormittag am Kino stand und es von allen Seiten fotografierte, verließ sie gerade ihr Büro und sprach mich an. Daß ich mich für alte Kinos interessiere genügte, um mich bereitwillig ins Haus einzulassen und Fotos von Foyer und Saal zu machen. "Das Kino wird mal mit mir untergehen", meinte sie am Ende unserer Begegnung trocken. Bleibt zu hoffen, daß sich diese Prophezeiung nicht so bald erfüllt! 

 
 
 

Vielen Dank an Michael Scharpf für die Bilder vom Juni 2009 und die Informationen

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