BALI & UNION

Hofgeismar (Hessen), Bahnhofstr. 15

eröffnet: 01.04.1919 (Bali) -- 1935 (Union)
geschlossen: 1985 (Union) - zwischen 2000 und 2004 (Bali)
Sitzplätze: 219 (1921) - 220 (1934) - 370 (1937) - 400 (1952) - 400/200 (1958/1980) - 198 (1990) - 135 (1995)
Architekt: Hoffmann ter Hell (Umbau Union 1951)
Betreiber:
Familie Mainz


Brigitte Mönkemeyer
1919-1985


01.12.1985-nach 2000
Kinoname: Hessische Lichtbildbühne
neues Kino, neuer Kinoname ab 1935: Union
Wiedereröffnung eh. Hess. Lichtbildbühne" als Bali ab 1956


Eröffnet wurde die „Hessische Lichtbildbühne" am 1. April 1919 von dem damals 31jährigen Gastronomen Franz Mainz, der die zunächst kleine Gaststätte an der Bahnhofstraße übernahm und entsprechend ausbaute. Das Lokal „Zur Traube" besaß einen großen Saal, den Franz Mainz nicht nur für Gesellschaften und Tanzveranstaltungen nutzte, sondern auch, um die noch neue Kinomode nach Hofgeismar zu bringen.
Schon 1935 hatte Franz Mainz neben dem „Mainzer Hof" in einem Neubau das größere „Union-Theater" eingerichtet, um den alten Kinosaal ständig als Gesellschaftsraum nutzen zu können.
Beim Umbau 1951 erhielt das "Union" durch Verwendung einer Thermos-Konstruktion eine völlig neue Raumansicht. Statt perforierter Wandplatten wurde ein preisgünstiges Baugewebe verwendet, das einwandfreie Akustik erzielte. Goldene und grüne Farbtönungen, ein geschmackvoller Wandvorhang und gepolsterte Wandpartien erhöhten die festliche Wirkung. N5138
Nach einer kurzen Zwangspause nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1956 der alte Kinosaal endgültig umgebaut: Wo vorher Tische und Stühle standen und große Feste stattfanden, zogen nun ins neueröffnete „Bali"-Kino feste Stuhlreihen und der Aufbau-Charme der 50er Jahre ein.
Anne Mainz, Tochter des Kinogründers, betrieb gemeinsam mit ihrer Schwester die beiden Kinos bis zum Jahre 1985, wobei das "Union" schon ab 1983 nicht mehr in den Kinoadressbüchern erwähnt wurde. Während das große 400-Plätze-Union-Theater nicht mehr rentabel zu bewirtschaften war, wurde das „Bali" an den Kinotechniker Kurt Mönkemeyer (Vernawahlshausen) verpachtet. Dieser modernisierte die Technik und sorgte mit reduzierter Bestuhlung für mehr Platz, ließ aber das 50er-Jahre-Design als ansprechendes Zeitdokument unangetastet - und schaffte es zusammen mit seiner Frau Brigitte, das „Bali" mit einem immer wieder anspruchsvollen Filmprogramm zu regionaler Beliebtheit zu führen. Nach der Jahrtausendwende schloss aber auch dieses letzte Kino der Stadt.
Quelle u.a: Kinowiki. Dort auch Bilder.

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