UNIVERSUM

Heidenheim (Baden-Württemberg), Wilhelmstr. 11

eröffnet: Ende 1955
geschlossen: ca. 1994
Sitzplätze: 577 (1956) - 591 (1962) - 390 (1978) - 480/260/110 (1980) - 272/129/52 (1983)
Architekt: Ludwig Gruber, Heidenheim
Betreiber:
Friedrich Michel & Sohn KG
Ottheinrich Hensel, Ulm
Planie Filmtheaterbetriebs GmbH, Reutlingen
Cinema Filmtheaterbetriebs GmbH, Konstanz
Olaf Günzler
1955-1961
1961-1980
1980-1985
1.10.1985-1992
1992-ca.1994
Kinoname: Universum
DF6103


neuer Kinoname: Kulisse


In fünfmonatiger Bauzeit führte Architekt BDA Ludwig Gruber den Auftrag des Besitzers der "Kammer-Lichtspiele" - Friedrich Michel - ein modernes Filmtheater zu erstellen, aus. Schon im schmucken Foyer, in dem eine von Kunstmaler Erich Herter geschaffene, vielfarbige Glasmosaikarbeit filmbandmäßig um den Raum führte und ein Grafitto mit Projektionsmotiven eine Seitenwand zierte. Im großen, in gedämpften Farben gehaltenen Theatersaal zeigte sich die volle Erfüllung aller Ansprüche an eine großzügige Kultur- und Unterhaltungsstätte. 577 Besucher fanden Platz auf blauen Kamphöner-Polsterstühlen, zwischen die zur Auflockerung des Raums, scheinbar willkürlich, gelbe Sitze eingefügt waren.  Die 15 Meter breite Stirnseite des Theaters wurde von einer 11,5 Meter breiten Bildwand eingenommen. Das „Herz des Betriebes" - der Vorführraum - enthielt eine komplette Zeiss Ikon-Bild-Ton-Anlage mit 2 Ernemann X-Maschinen, die für alle Projektionsverfahren geeignet war und höchsten Ansprüchen an moderne Farbfilm- und Breitwand-Wiedergabe genüget, wie gleich das erste, von Theaterbesitzer Friedrich Michel - als passioniertem Forschungsreisenden - beziehungsreich ausgewählte Filmprogramm: „Der verlorene Kontinent" bewies.    DF5511 N5546 N5604 E5604

Das moderne „Universum" und die „Kammer-Lichtspiele" (340 PI.) wurden 1961 an den Theaterbesitzer Ottheinrich Hensel aus Ulm, der bereits die „Stadttheater-Lichtspiele" in Riedlingen/D. und das „Filmtheater" in Ischenhausen betrieb, verpachtet.  DF6103

In den letzten Jahren der Existenz versuchte der einheimische Olaf Günzler, Besitzer einer Werbeagentur - neuen Schwung unter neuem Namen zu entfachen, aber um 1994 musste das Kino, das stets auch außergewöhnliche Filme abseits des Mainstreams ins Programm aufnahm, schließen. Einen Artikel anlässlich der Schließung des Kinos finden Sie hier. Im Kino wurde ein Horror-Kurzfilm gedreht.


Saal zur Eröffnung (Bildquelle: Filmecho 4/1956)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 03.05.2024 - © allekinos.com