ABATON

Hamburg , Allendeplatz 3

eröffnet: 1970
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 450 (1980) - 288/96/136 (2007)
Architekt:  
Betreiber: Werner Grassmann , Abaton GmbH                seit 1970

Das Abaton-Kino war das erste Programmkino (das behaupten andere auch - Anmerkung von allekinos) in Deutschland. Hier wurde 1970 das ,Programmkino‘ erfunden, ein Kinotyp, der heute ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Kinolandschaft ist. Die Gründer des Abatons, Werner Grassmann und Winfried Fedder , belebten das darniederliegende Kinogeschäft in den 70er Jahren, indem sie ein Programm in ihrem Kino machten, das ihren eigenen Wünschen entsprach und nicht den verkrusteten Strukturen der Kommerzkinos gehorchte.

Künstlerisch interessante Filme kamen damals im normalen Kino nicht vor, von wenigen sogenannten Gildekinos abgesehen. Das Abaton beschränkte sich aber nicht auf Filmkunst. Hier gab es auch viele andere Filme zu sehen, die sonst auf keiner Kinoleinwand erschienen. Es gab Musikfilme, Kultur- und Dokumentarfilme, Retrospektiven der großen Filmgeschichte bis hin zu Stummfilmen.

Es gab Filme in der Orginalfassung mit und ohne deutsche Untertitel, und auch politisch engagierte Filme, die zu heftigen Diskussionen unter den Zuschauern führten. So entwickelte sich ein Stamm interessierter Zuschauer, für die das Programm „ihres“ Kinos ein wichtiger Teil in ihrem Leben wurde.

Aus diesem Miteinander von Publikum und Kinomachern entstand ein Dialog und Interesssenaustausch, der auch Auswirkungen auf die Programmgestaltung hatte. Schon bald wurden im Abaton Filmreihen entwickelt, die Filme des gleichen Themas in einen Kontext stellten. Auch gab es Retrospektiven von Regisseuren und Schauspielern, Reihen mit Verfilmungen von Literatur oder der Musikgeschichte, die immer ein großes Publikum fanden. So bildete sich allmählich der Typ „Programmkino“ heraus, von dem es heute in Deutschland über 200 gibt. Schwerpunkt des Programms blieb dabei die neue Filmkunst aus aller Welt

Quelle: abaton.de

Abaton um 1979 (Vielen Dank an Rudolf Schreck für das Bild)

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