| STERNTHEATER |
Göttingen (Niedersachsen), Sternstr. 7
| eröffnet: | 04.09.1949 |
| geschlossen: | in Betrieb |
| Sitzplätze: | 941/406 (19581967) - 465/257 (2009) |
| Architekt: | A. Farnik, Heidelberg |
| Betreiber: | Joachim
Bernau 1949-1956 Horst Krause 1956-1986 Hans-Joachim Flebbe 1986-1996 Union-Theater, Hamburg 1996-2003 CinemaxX 2003-2008 Vereinigte Kino Betriebe GmbH, Adelheidsdorf Gf: Torben Scheller seit 01.01.2009 |
Am 4. September 1949 wird aus der alten Reithalle der früheren Wörthkaserne in der Sternstraße das von Dipl.-Ing. A. Farnik aus Heidelberg neu geschaffene STERNTHEATER unter der Direktion von Joachim Bernau als fünftes Göttinger Lichtspielhaus neu eröffnet. Das Theater fasst 941 Besucher und ist somit das größte Kino in Göttingen.
Im Juli 1955 wird das STERNTHEATER auf das CINEMASCOPE-Format umgerüstet. Die Leinwand wird von 28 auf 84 Quadratmeter erweitert und somit ist das STERN das größte CINEMASCOPE-Theater in Niedersachsen. Dem Zuschauer wird ein echtes Miterleben geboten durch einen größeren Blickwinkel. Die Kinobetreiber hoffen, dass durch die größeren Leinwände das Publikum dem Kino gewogen bleibt. In den amerikanischen Kinos sind in den vergangenen drei Jahren, nach der schlagartigen Einführung des Fernsehens, die Besucherzahlen um bis zu 60 Prozent zurückgegangen sind. Ähnliches wird auch für die Bundesrepublik befürchtet.
Am 01.Juli 1956 übernimmt Kurt Krause, der seit 1951 das Kino DIE KRONE in Göttingen betreibt, von Joachim Bernau das STERNTHEATER. Der Deal wird übrigens bei einem Vatertagsausflug eingefädelt
Am 19.1.1957 besucht Hauptdarsteller Hans Holth anlässlich der Aufführung seines Filmes DIE TRAPP-FAMILIE das STERNTHEATER. Der Film muss folgend mehrfach prolongiert werden.
Zur festlichen Premiere des Filmes BEL AMI am 19.9.1957 besuchen Johannes Heesters und Marianne Schönauer das STERNTHEATER.
Am 23.10.1957 wird auf der Bühne des STERNTHEATERS ein Meisterabend froher Unterhaltung geboten. Unter den Darbietenden u.a. Trude Herr und Rudi Schuricke.
Am 11.12.1957 wird das Richtfest des STERNCHEN gefeiert. In lediglich 10 Tagen ist der Rohbau entstanden und bereits am 25.12. erfolgt die feierliche Eröffnung mit dem Film KRIEG UND FRIEDEN mit Audrey Hepburn und Henry Fonda.Das STERNCHEN ist benachbart zum STERNTHEATER, wobei dasselbe Foyer genutzt wird. Mit seinen 408 Plätzen ist das STERNCHEN als Studiokino gedacht, in dem anspruchsvollere Filme gezeigt werden. Das STERNCHEN ist darüber hinaus als Ausweichtheater gedacht, wenn das STERNTHEATER wegen Bühnenveranstaltungen nicht bespielt werden kann.
Ende Januar 1958 tritt Zarah Leander als Höhepunkt und Abschluss eines Unterhaltungsabends im STERNTHEATER auf und singt einige ihrer weltbekannten Hits wie Yes, Sir und Kann denn Liebe Sünde sein?.
Am 13.6.1959 eröffnet die Sternklause benachbart zum STERNTHEATER. Die Bier- und Weinstube bietet Platz für 60 Personen.
Im Oktober 1960 wird das STERNTHEATER zum Flimmer-Auditorium. Wegen Raummangel werden Vorlesungen der Georg-Augusta-Universität -vorwiegend für Germanisten und Anglisten- in das knapp 1000 Plätze bietende STERNTHEATER verlegt. Der Kinosaal wird dafür mit zusätzlichen Leuchtstoffröhren ausgestattet und vor dem Kino wird Parkraum für 250 Fahrräder geschaffen, um eine Blockierung der Sternstrasse mit Fahrrädern zu verhindern.
Am 29.11.1962 gastiert KLAUS KINSKI im STERNTHEATER mit den klassischen Monologen von Schiller, Goethe und Shakespeare.
Viele bekannte SchauspielerInnen und SängerInnen besuchten im Laufe der Jahre das STERNTHEATER. Im Gästebuch des STERNTHEATER finden sich u.a. Namen wie: Renate Kern (1965), Rex Gildo, Roy Black, Manuela, Udo Jürgens (1966).Werner Enke (gebürtig aus Göttingen), May Spiels und Uschi Glas stellten am 21.8.1968 den Film ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN persönlich vor.
Im Sommer 1986 zieht sich Kurt Krause aus Altergründen aus dem Kinogeschäft zurück und übergibt seine Kinos inklusive Stern/Sternchen an den Hannoveraner Hans-Joachim Flebbe.Als 1996 die Verlängerung des Mietvertrages mit Hans-Joachim Flebbe ansteht, hat Kurt Krause keine Lust mehr, sein Sterntheater weiter an Hans-Joachim Flebbe zu verpachten, will der doch wenige Monate später in der alten Lokhalle sein CINEMAXX eröffnen. In den UNION-Kinobetrieben aus Hamburg findet Krause ab 15.02.1996 einen Nachmieter, der im Stern und Sternchen weiterhin die großen Blockbuster zeigt.
Im Herbst 2003 gelingt der Cinemaxx AG ein Coup: Fast über Nacht übernimmt der Konzern das STERNTHEATER von der UNION wieder und führt das Kino ab 02.10.03 als Filmkunstkino weiter. So wird zukünftig verhindert, dass attraktive Blockbuster mit zwei Kopien in Göttingen laufen und dem Cinemaxx wichtige Besucher nehmen. Es zeigt sich bald, dass die individuelle Pflege, die ein Filmkunstkino braucht, innerhalb eines großen Kinokonzerns nicht geleistet werden kann und so gibt die Cinemaxx AG das STERNTHEATER zum 1.1.2009 an den heutigen Betreiber ab.
Quelle: www.sterntheater.de
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Vielen Dank an Torben Scheller für die Bilder