Göppingen
(Baden-Württemberg), Poststr. 36
| eröffnet: |
28.11.1940 |
| geschlossen: |
in Betrieb |
| Sitzplätze: |
806 (1949) - 1050 (1958) - 628(1978) - 410/112/83/36 (1980) - 367/74/100/248/307/200/110 (2010) |
| Architekt: |
Richard Gruber
|
| Betreiber: |
Familie Huttenlocher
seit 1940
|
Am
28. November 1940 wurde in Göppingen von der Familie Wilhelm
Huttenlocher das neuerbaute "Staufen-Theater" mit dem Hetzfilm "Jud
Süß“ eröffnet. Die Fest Vorstellung wurde mit musikalischen
Darbietungen eingeleitet.
Die
Familie Huttenlocher, die die Palast- Lichtspiele in. Göppingen und
Schwäbisch Gmünd betreibt, entschloss sich eineinhalb Jahre zuvor zu
der Errichtung des Neubaus. Sie betraute den Architekten Richard Gruber
mit der Aufgabe und begann am 15. Mai 1939 mit den Arbeiten. Der Bau
konnte über den Ausbruch des Krieges hinweg weitergeführt werden,
obwohl es auch hier die unvermeidbaren Schwierigkeiten gab. Das Kinio
wurde als Zweckbau an einer der wichtigsten Straßen der Stadt
errichtet. Die Eingangshalle befand sich direkt am Straßenrand, der
Saal abseits vom Verkehr auf dem hinteren Teil des Grundstückes. Die
mit bildender Kunst geschmückte Eingangshalle sollte später durch ein
Geschäftshaus überbaut werden, um die Straßenfront zu schließen. Daran
schloss sich der schöne Theatersaal an, der bei einer Höhe von neun
Metern, einer Breite von 25 Metern und einer Tiefe von 47 Metern 680
Sitzplätze im Parterre und auf dem Balkon aufwies. Es bestand die
Möglichkeit, die Zahl der Plätze im Bedarfsfälle auf 900 zu erhöhen.
Das
Filmtheater besaß eine geräumige Bühne, die für kulturelle
Veranstaltungen eingerichtet war. Die Decken- und Wandgestaltung wurde
weitgehend den akustischen Bedürfnissen angepasst. Der Saal wies eine
indirekte Deckenbeleuchtung auf, die durch seitliche Beleuchtungskörper
ergänzt wurde.
Wie
aus einem zum 20-jährigem Jubiläum herausgegebenen
Geschichtsabriß des Staufen-Theaters" hervorging, waren in der Zeit
seines Bestehens über 8 Millionen Menschen in diesem Filmtheater zu
Gast. Dank der vorbedachten vielfältigen Möglichkeiten des Schauhauses
wurde auch die Bühnenkunst mit Gastspielen namhafter Schauspieler (Paul
Hartmann, Matthias Wiemann, Rudolf Fernau, Hans Moser, Theo Lingen,
Luise Ullrich, Lil Dagover, Heidemarie Hatheyer, Anna Damann, Mila
Kopp, Liesel Karlstadt und Grete Weiser) gepflegt. Konzerte des
Stuttgarter Kammerorchesters unter Prof. Karl Münchinger, der Bamberger
Symphoniker, des Salzburger Morzarteum-Orchesters, der Stuttgarter
Philharmoniker und des Staatsoper-Orchesters Stuttgart waren
unbestreitbar Höhepunkt im Musikleben der Stadt Göppingen. In reicher
Zahl gingen auch „Bunte Unterhaltungsabende" mit beliebten Gästen
(Caterina Valente, Freddy Quinn, Vico Torriani, Fred Bertelmann, H. J.
Kulenkampff, Heinz Erhardt, Peter Frankenfeld, Willy Reichert, Conny
Froboess und Peter Kraus u. v. a.) über die Kino-Bühne. Festzuhalten
blieb den Autoren, daß der damals maßgebliche Begriff für
qualitätsvolle Film-Sonderveranstaltungen: „Die Auslese" bereits im
Jahre 1951 vom Staufen-Theater Göppingen, das als „Gilde-Theater"
zählte, geprägt wurde. In einer aus Anlass des Jubiläums veranstalteten
„Festspielwoche" wurde sowohl im „Staufen-Theater" als auch im
„Turm-Theater" Schwäbisch Gmünd täglich ein anderer, erinnernswerter
deutscher Film (aus der Vorkriegszeit bis zur Gegenwart) gezeigt. Ihre
Titel: Ewiger Rembrandt - Das Schweigen im Walde - Helden - Der
Hauptmann von Köpenick - Die goldene Stadt - Sauerbruch - Vergiß die
Liebe nicht - Himmel ohne Sterne - Traumstraße der Welt. FK40294
DF6006 N5050 W6049 E6099
Familie
Huttenlocher ist schon seit 1905 im Filmgeschäft: Wilhelm Huttenlocher
gründete damals einen eigenen Filmverleih, 1909 das erste Filmtheater
in Göppingen. N4911
1980 wurde das Kino in einen 4-Säle-Komplex umgewandelt. Mittlerweile besitzt es 7 Säle.

Vielen Dank an Thorsten Harwardt für die Bilder von 2007

Foyer 1949 (Bildquelle: DerNeue Film 11/49)
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Saal 1951 (Bildquelle: Filmecho 45/1950)
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