TURM - PALAST

Frankfurt (Main) , Bleichstr. 57

eröffnet: 21.9.1929
geschlossen: 09.06.2010
Sitzplätze:  
Architekt: Schlemmp, Hebebrand, Schweitzer (Neubau 1950)
Betreiber: Ufa                                                                         1929-1944   Kinoname: Ufa-Palast Groß-Frankfurt

Siegfried Lubliner, Heribert Froechte, Hans Ulbrich 1950-1968   neuer Kinoname: Turmpalast

Süddeutsche Filmbetriebe Hubertus Wald                1968-1972

Olympic                                                                  1972-1978

Ufa - Riech und Sohn                                              1978-2005

Cinestar                                                                   2005-2010           

Der "Ufa-Palast Groß-Frankfurt" war das zweite Filmtheater der "Universum-Film AG" nach dem "Ufa im Schwan" (später "Metro im Schwan"). Es wurde in dem 1917 eröffneten "Vergnügungsetablissement Groß Frankfurt" eingebaut, wobei dessen neoklassizistischer Portikus verschwand.

Der "Film-Kurier" schrieb zur Eröffnung: "Der alte Raum des ehemaligen Operettentheaters ist baulich kaum verändert worden, lediglich zu beiden Bühnenseiten musste ein Raum für den Orgeleinbau gewonnen werden. Die innenarchitektonische Ausstattung ist vom Architekt Levy (BDA) in recht geschmackvoller Weise gelöst worden. Der Einbau der grossen Philipps-Kinoorgel erfolgte in kleine fingierte Logen zu beiden Seiten der Bühne. In dem mustergültig eingerichteten Vorführungsraum arbeitet der Operateur Conrady mit 2 AEG-Projektoren, die beiden Klangfilm-Appaate werden wohl in den nächsten Wochen in Tätigkeit gesetzt. Die ausverkaufte Abendvorstellung wurde vom Kapellmeister M.A. Pflugmacher schwungvoll mit dem Vorspiel zu ´Meistersinger´ eingeleitet. Sodann bot der Organist Peter Polla aus Amsterdam lebhaft applaudiert ein Vorspiel auf der Philipps-Konzert-Kino-Orgel. Es folgte dann ein ebenfalls auf der Orgel illustrierter Naturfilm. Die ´Three Kuhtirolers´ unterhielten auf der Bühne durch ihre Jazzparodien. Nach der Pause erfolgte die Aufführung von ´Mangolescu´...Die Eintrittspreise sind die in Frankfurt üblichen von 1,25 Mark bis 4 Mark. Ein vielversprechender Start."

Bedingt durch seine günstige Lage direkt am Eschersheimer Turm und der Grösse (1.245 Sitzplätze) entwickelte es sich zu einem bedeutenden Erstaufführungstheater.

Im März 1944 wurde das Kino stark zerstört.und nach dem Wiederaufbau (bei dem die Fassade zugunsten der Verbreiterung der Eschersheimer Landstrasse um einige Meter zurückgesetzt wurde) am 30. März 1950 wieder eingeweiht. Eröffnungsfilm war "Vagabunden der Liebe", wobei die Hauptdarsteller Paula Wessely und Paul Hörbinger persönlich ihren Film vorstellten.

Ende 1969 wurde der Balkon abgetrennt und als "Studio 5" am 19. Dezember des Jahres eingeweiht. Heinz Riech liess unter seiner Leitung um 1980 weitere 5 seiner gefürchteten Schachtelkinos einbauen.

Im Juni 2010 wurde die schon lange vorher gemunkelte Schließung des Hauses dann Wirklichkeit.

 
 
 
                                               Ufa-Palast  1933
  Ufa-Palast 1943

Vielen Dank an Achim Mittler für die historischen Bilder

Die oberen Bilder stammen vom April 2007

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