| GRAND
PALAST |
Frankfurt
(Hessen), Reineckstr. 7-11
| eröffnet: | 04.08.1955 (Grand Palast) - 26.1.1956 (Corso) |
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| geschlossen: | 1965 |
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| Sitzplätze: | 900/500 (1958) |
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| Architekt: | Richard & Gertrud Kaiser (Grand Palast und Corso) | ||||
| Betreiber: |
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Anwesenheit der Filialleiter der in Frankfurt tätigen Verleihgesellschaften und
der Film- und Tagesjournalisten wurde am 4. August 1955 der neuerrichtete
„Grand-Palast“ nahe der Konstabler Wache mit einer Bild- und Tonprobe eröffnet.
Dieses einem Hotelunternehmen angeschlossene Filmtheater des Besitzers David
Taic zeigte als Eröffnungsprogramm auf Breitwand den Film „Drei Männer im
Schnee“ vor geladenen Gästen. Theaterleiter Fr. Steiner begrüßte die Anwesenden,
wies auf die Schwierigkeiten während der Bauarbeiten hin, erläuterte den
Unterhaltungszweck dieses, in der verkehrsreichen Innenstadt gelegenen
Filmtheaters und empfahl es der Gunst der Besucher. Dann sprach Ingenieur
Dammeyer von der Firma Philips Film- und Tontechnik über technische
Einzelheiten. Das neue Theater umfasste 900 Sitzplätze. Es wurde von den
Architekten Richard und Gertrud Kaiser erbaut, mit zwei Philips - FP6 -
Projektoren, einer „Munsun“ - Belüftungsanlage, einer 5 x 12,5 Meter großen
Bildwand hinter einem rot-gelben Vorhang, einer 4-Kanal-Magnetton- Anlage und
mit sechs Effektlautsprechern ausgestattet. Die in Schwarz und Rot gehaltene
Bestuhlung wurde durch die Firma Kamphöner, Bielefeld, geliefert. Die Wände des
Zuschauerraumes waren mit gold-gelbem, gefaltetem Velvet bespannt. Die
hellblaue, stufenförmig geschachtelte und zur Bühne hin sich senkende Decke
fügte sich farbharmonisch in das Ganze ein. Kassenraum und Foyer waren in hellen
Farben und moderner Architektur gehalten, sowie mit insgesamt 11 Schaukästen
bestückt. Ein schwarz-goldener und großflächig verglaster Verkaufsstand für
Süßigkeiten bildete den Mittelpunkt der Eingangshalle, von der eine Treppe in
einen tiefer gelegenen Raum führte, der zu einem weiteren Kino ausgestattet
werden sollte. Der „Grand- Palast“ war das erste von Herrn David Taic betriebene
Filmtheater, aus dem - wie Frau Taic sagte -, man erst einmal lernen wolle,
bevor weitere Kinobauten folgen. E5542
Ein halbes Jahr später wurde dann mit dem "Corso" der zweite Saal im Souterrain mit dem Film "eröffnet. Das ranglose Kino projizierte mit Philips FP 6-Maschinen mit 4-Kanal-Steropton und war für alle Projektionsarten eingestellt. Die Ausstattung - silbergrauer Vorhang, blaue Wandbespannung, rote Säulen und gelbe Decke - besorgte die Firma Neles. Die Bestuhlung war hellgelb gepolstert. Hier wurden im Vorprogramm Kulturfilme gespielt. Bei der Eröffnungsansprache wurden jedoch auch Bedenken geäußert, das bei mittlerweile 57 Kinositzplätzen pro 100 Einwohnern die Grenzen der Rentabilität in der Mainmetropole erreicht sei, was sich bei dem ein Jahr später einsetzenden Zuschauerschwund dann auch bewahrheiten sollte.Herr Taic kam aber schon im gleichen Jahr zu dem Entschluss. das das Geschäft wohl doch besser von Profis geführt werden sollte und übergab die Leitung an Friedrich Wollenbergs "Hessen-.Film". Aber auch - trotz dem Einbau einer Wasserorgel mit "tanzenden Fontänen" für 82.000 Mark 1957 - war dem Kino kein langes Leben gegönnt. 1961 übernahm Johannes Bernstein - der Leiter des "City Abendstudios" in Darmstadt - das Haus. Bernstein beabsichtigte, ab dem 1. Juli 1961 eine bemerkenswerte Neuerung einzuführen, die er unter dem Begriff „Volkstheater des Films“ (neuer Zusatzname des "Corsos") zusammengefasst sehen wollte. Mit Unterstützung kultureller, kirchlicher und gewerkschaftlicher Kreise sollten Theaterabonnements für Institutionen wie Schulen, Vereine und Betriebe mit einer Rabattgewährung von 3 Prozent auf alle Kartenpreise eingerichtet werden. Weiter war an die Herausgabe einer eigenen Hauszeitschrift, die Aufstellung eines Monatsspielplans und zusätzliche Preisnachlässe für . Rentner, Studenten und Schüler gedacht. Grundsätzlich sollten nur gute, volkstümliche und sensationelle Filme der Weltproduktion einschließlich Wiederaufführungen anerkannter Filmwerke aufgeführt werden. Ein Vorläufer späterer Programmkinos also... E6131 W6122 Schon 10 Jahre nach der Eröffnung wurde der Spielbetrieb - jetzt anscheinend wieder unter der Regie von Wollenberg - eingestellt. Auch Dessous-Schauen und andere Aktionen halfen dann nichts mehr. E5705+09 N5609 N5711 |

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