NEUES THEATER (Filmforum Höchst)

Frankfurt - Höchst (Hessen) , Emmerich-Josef-Str. 46a

eröffnet: 22.12.1940
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 650 (1940) - 626 (1958) - 350/150/20 (1981) - 113 (2006)
Architekt: Knüttel, Höchst
Betreiber: Robert Wollweber                       1940-1950        Kinoname: Neues Theater
Anne Wollweber & Adam Rohr  1953
Erben Wollweber                        1956-1967
Helmut Wunderer, Idstein            1970
Kurt Palm                                   mind.1978-1980
Liselotte Jäger FTB                     1981-1985         neuer Kinoname: Excelsior
geschlossen                                 1985-1987
VHS Frankfurt                            seit 1987            neuer Kinoname: Filmforum Höchst im Neuen Theater

Robert Wollweber, der Inhaber der "Kammer-Lichtspiele" in Höchst, konnte 1940 ein neues, schmuckes Haus seiner Bestimmung übergeben. Das 650 Sitzplätze enthaltende Theater entstand durch einen großzügigen und umfassenden Umbau des ehemaligen Saalbaues „Antoniterhof“, In einer Bauzeit von über einem Jahr wurde das Anwesen nach Entwürfen des Architekten Knüttel (Frankfurt-Höchst) in entsprechender Weise hergerichtet Durch einen freundlichen, großen Vorraum, in dem die Kasse untergebracht war und der bei ungünstiger Witterung den Theaterbesuchern ein bequemes Verweilen gestattete, betrat man das Haus. In der Mitte lagen die Eingänge zu dem Theatersaal, während zu linker Hand nochmals ein breitgelagerter Raum zu der Garderobe führte. Hier waren für Wartende bequeme Sessel aufgestellt. Der Theatersaal war hell und ungemein luftig gehalten, die Wände waren in hellgelbem Ton gehalten, die hier und da durch weiß eingestreute Flächen und durch Beleuchtungsarme sowie durch die Sockeltäfelung wohltuend unterbrochen wurde. Auch der Rang war überaus sinnvoll einbezogen worden. Er bot von jedem Platz aus freien Blick auf die breite Bühne, die ein Zartrosa-Vorhang deckte. Hervorragend und bequem war aber auch die Bestuhlung, neben der in der ganzen Länge Läufer bis zur Bühne zogen.
Für die Eröffnung seines neuen Hauses hatte Harr Wollweber ein gutes Programm zusammengestellt, welches durch das bekannte Lenzewski-Quartett bereichert wurde. Pünktlich hob sich der Vorhang, um den Blick freizugeben auf die Bühne, die einen dunkelblau getönten Hintergrund-Vorhang zeigte, vor dem eine große gelbe Stehlampe Aufstellung gefunden hatte. Um diese Lampe herum hatten sich die Künstler des Quartetts gruppiert. Beethovens 1. Satz aus Opus 59 Nr. 1 klang auf, dann sprach der Hausherr Worte der Begrüßung.  FK40302

Das Kino wurde 1945 von der Militärbehörde beschlagnahmt und erst 1949 mit dem Film "Der Millionär" wieder freigegeben. W4933

Ende 1953 wurde das Haus behutsam renoviert. Der Balkon wurde umgestaltet. Das Foyer hatte eine beachtliche Größe und der anspruchsvolle Besucher wurde durch individuelle Reklame neugierig gemacht.   E5405

1980 erfuhr das Haus Veränderung, indem zuerst der Balkon abgetrennt wurde (dort finden heute noch die Vorstellungen der VHS statt, während der große Saal als Theater genutzt wird) und später unter der Regie von Liselotte Jäger im Foyer ein drittes (Mini)kino - ein Raucherkino mit einem Schaukasten im Saal als dekorativem Gag -eingerichtet wurde. Während der kurzen Jaeger-Zeit hieß das Kino "Excelsior" - ein Name, den die Filmtheatergesellschaft später für die ehemaligen Kaiser-Lichtspiele in der Frankfurter Kaiserstraße nochmals benutzte.

       
Bilder ca. 2003

Vielen Dank an Thorsten Harwardt für die Informationen

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Datum der Erstellung/letztes Update: 03.04.2026 - © allekinos.com