UNION

Bochum (Nordrhein-Westfalen), Kortumstr. 16

eröffnet: Anfang 1950
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 1182 (1952/1962) - 996/159 (1978) - 441/159/204//112/47/139/94 /100/72 /302 (1994) - 412/205/174/101/104/78/308 (2013)
Architekt: Friedrich Reum
Betreiber:
Kael-Emil Schulte, Bielefeld, später Union FT Verw., Samerberg unter gleicher Adresse
Union FTB Krugmann & Weischer, Hamburg
Bermuda FTB
1950-1998
1999-ca,2003
seit ca. 2003
                                                             

Gebaut wurde das Lueg-Haus, in dem sich das Kino auch heute noch befindet, von Friedrich Oscar-Lueg (1875-1947), dem Sohn von Autohändler und Firmengründer Friedrich Lueg (1842-1890). Fertiggestellt wurde das Haus am 1. Oktober 1925 und es war Bochums erstes Hochhaus mit einer Höhe von 32m. Im Krieg wurde der Autosalon zerstört, doch die Fassade des Hauses blieb halbwegs erhalten und so wurde 1950 offiziell die "Union"-Bühne als 20. Bochumer Nachkriegskino eröffnet. Der Name nahm Bezug auf das gleichnamige Vorkriegslichtspielhaus in der Kortumstraße.
 Bis zu 1600 Personen konnten den Theatervorstellungen beiwohnen, Prachtstück war der große Balkon bzw. Rang mit 326 Sitzplätzen. Die Bühne hatte eine Breite von 10.50m und eine Tiefe von 14m. Davor lag ein Orchestergraben, der 90 Personen Platz bot. Für die Beleuchtung der Bühne wurden 26 versteckte Scheinwerfer eingebaut. Der ganze Bau war in unaufdribglichem Blau und Grau gehalten. Die lusterartige Deckenbeleuchtung übte eine starke Wirkung aus. Oberhalb des Bühnenraums waren Umkleide-, Schmink- und Baderäume eingebaut. Für die Bühne war eine Berieselungsanlage installiert, die den sonst bei Theatern üblichen "Eisernen Vorhang" ersetzte. Eröffnungsfilm war "Der dritte Mann". W5005
Bis 1953 diente der Saal auch als Spielstädte der Bochumer Bühne, Jahre später inszenierte der Dramaturg und damalige Intendant des Bochumer Schauspielhauses, Peter Zadek, Shakespeares „König Lear“ auf der Bühne des Union. Vor allem in den 50er und 60er Jahren erlebte das Haus große Premieren und die Stars und Sternchen reichten sich die Klinke in die Hand. In den 80er Jahren wurde das Haus nach amerikanischem Vorbild in ein sogenanntes Schachtelkino umgebaut. Der große Saal wurde stark verkleinert, zuerst wurde ein kleiner Saal hinzugefügt, 1979 dann die Umgestaltung zum Kinocenter, und am Ende hatte das Union plötzlich sagenhafte zehn Kinosäle zu vermelden.

Im Februar 1999 verkündete die WAZ den Umbau in eine Erlebnisgastronomie, im Juli 1999 schrieb die WAZ, dass das Haus erst einmal als Kino den Bochumern erhalten bleibt. Am 18. Februar 2000 schrieb die WAZ dann, dass das Haus für knapp zwei Millionen „fein“ gemacht wird. Letztendlich kostetet der Umbau ca. 4 Millionen und am Ende wurde es ein wunderschönes, sieben Säle umfassendes Kino mit modernster Technik. Der Charme der goldenen Kinozeit wurde durch große Art-deco-Lampen und der wundervollen Treppe zu Kino 7 erhalten. Der große Saal bietet nach dem Umbau zwar „nur“ noch 388 Personen Platz, sein unvergleichlicher Charme ist jedoch ungebrochen und das Union hat natürlich eine ganz andere Atmosphäre und Geschichte als die neuen Multiplexkinos.
Quelle u.a: Oliver Bartkowski auf der Webseite des Kinos

Ab 1963 wurde der große, hohe Saal zu kleineren Sälen umgebaut, um gleichzeitig verschiedene Filme ins Programm nehmen zu können. 2000 wurde der Kinocenter nochmals modernisiert.

einen Artikel über das Kino finden Sie hier. Ein Foto finden Sie hier.

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