SAVOY

Berlin - Spandau, Staakener Str. 87-89

eröffnet: 1959
geschlossen: 1982
Sitzplätze: 648 (1960) - 638 (1980)
Architekt: Pierre de Born (Baubeginn 1957 / Wolfgang Hilbig (Vollendung 1959)
Betreiber: Familie Höfling                                     1959-mind.1967

Weiß                                                    Ende 60er-Ende 70er

Gertraude Rückwardt                           Ende 70er-1982

Das Kino hat ein Klempnermeister aus der Falkenhagener Str. in Spandau bauen lassen. Er hat es wohl auch zunächst selber betrieben. 1959 wurde das Filmtheater eröffnet.

Eine Stahl-Glas-Konstruktion verlieh dem Eingangsbereich eine kühle Note. Hell leuchtete der Schriftzug in geschwungenen Lettern über dem Dach des Hauses. Ein Programmanzeiger sowie beleuchtbare Schaukästen zu beiden Seiten der vorgelagerten , eingeschossigen Kassenhalle erzeugten eine gewisse Sogwirkung in das einladende, durch Spiegel raffiniert vergrößerte Foyer. Im Saal mit Hochparkett mutete die fliederfarbene Kunstoffbespannung der Wände im Rautenmuster skuril an und erzeugte mit rotem Holzpaneel und blauen Stuhlbezügen einen ungewöhnlichen Farbendreiklang. Einen gelungenen Abschluß erfuhr der Zuschauerraum durch eine konvex geschwungene Wand mit vorgelagerter Bühne, der sich die ersten Sitzreihen konkav entgegenstelten.

In den 60ern und 70ern hat es ein Herr Weiß aus Spandau gepachtet. Ende der 70er wurde es von Frau Gertraude Rückwardt bis zur Schließung betrieben. Frau Rückwardt ist die Tochter von dem Klempnermeister, der das Kino erbauen ließ. Das Kino wurde1982 geschlossen, nicht 1989, wie im Berliner Kinoarchitekturbuch erwähnt.

Das Savoy hatte einen sehr großen Vorführraum. Die beiden Projektoren, zwei Phillips FP 51, wirkten klein. 1979 wurden sogar noch Kohlelichtbogenlampen verwendet und der Film wurde noch aktweise vorgeführt, im Gegensatz zu anderen Kinos. Auch der gute alte Handumroller wurde noch benutzt. Die Einlassmusik wurde noch mit einem Plattenspieler gespielt, wobei in anderen Filmtheatern schon ein Cassettenrecorder benutzt wurde.

 
 

Vielen Dank an Joachim Kelsch für die oberen Bilder und die Informationen

Vielen Dank an Michael Kautz  für das untere Bild

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