APOLLO & ALLEGRO

Berlin - Steglitz , Bismarckstr. 68-69

eröffnet: 1954 (Apollo) und 1957 (Allegro)
geschlossen: 1977 (Apollo) und 1984 (Allegro)
Sitzplätze: 660 (Apollo) + 472 (Allegro) (1958) -
Architekt: Hans Bielenberg
Betreiber: Arthur Ludwig

Das Doppelkino an einer Strassenkreuzung war mit seinem gläsernen Verbindungsgang ein schönes Beispiel von der funktionalen, aber durch Abrundungen und in Profilen eingebettete Reklameflächen auch aufgelockerter 50er-Jahre-Architektur.

Zuerst wurde 1954 das "Apollo" erbaut.

Weithin sichtbares Aushängeschild und Wegweiser bei Einbruch der Dunkelheit war ein hell erleuchteter Rundvorbau aus Glas, der die Kassenhalle beherbergte. Eine besondere Note erhielt dieser Raum durch den in vielseitigen Mustern verlegten Fußboden-Gummibelag. Die gelbe Decke und die grauweißen Wände des Foyers kontrastierten mit in Form eines modernen Teppichmusters aufgeteilten Fußboden. Eine mit grauem Acellastoff abgeschlossene Garderobe, der Verkaufsstsnd, eine Sitzbank sowie beleuchtete Spiegel mit eingebauter Kasettendecke gaben dem Raum eine gediegene Note.

Der Zugang zum Zuschauerraum erfolgte für Nachzügler bei Beginn der Vorstellung durch abgedeckte Lichtschleusen. Unter Verzicht auf eine kostspielige Rangkonstruktion wurde ein von der Mitte ansteigendes Hochparkett geschaffen. Breite Seitengänge und ein Rihenabstand von 90 cm boten auf Hochpolsterstühlen für diese Zeit bequeme Sitzmöglichkeiten. Ein zur Bühne abfallendes und leicht geschwungenes Holzpaneel , das den Übergang zur Cinemascope-Leinwand bildete, sowie die obere Acella-Bespannung in hellen Farben gaben zusammen mit dem himmelblauenVelour-Vorhang dem Theaterraum eine festliche Atmosphäre. Nach dem Öffnen des Hauptvorhanges lief der Acella-Stoff der Saalbespannung als Schürze und Bildvorhang weiter, so daß der Eindruck entstand, Theatersaal und Bühne seien eng verbunden.

Für die Dekorationsarbeiten war Paul Döhler zuständig.Sallbeleuchtungskörper, Rampenbeleuchtung, Kasettendecke im Foyer und Beleuchtungskörper in der Kassenhalle waren mit Leuchtstoffröhren versehen. Ein geräumiger Vorführraum mit den erforderlichen Nebenräumen gaben der Theaterleitung die Möglichkeit, die modernsten Maschinen (B12), Schmalfilmprojektor sowie eventuell nötige zusätzliche Einbauten vorzusehen.

Während das "Apollo" schon 1954 vom renomierten Berliner Kinoarchitekten Hans Bielenberg erbaut wurde, ist das "Allegro" erst 1957 hinzugefügt worden.

Das "Allegro" hatte noch bis 1984 mit dem Zusatz "Haus der Filmkunst" geöffnet und wurde anchließend als Kirchenraum genutzt..

Auf dem Foto kann man noch links die Baulücke erkennen, wo einst das "Allegro" stand. Auch das "Apollo"-Gebäude wurde kurze Zeit später abgerissen.

Vielen Dank an Uwe Feld für das Bild und die Informationen

   

"Apollo" 1954 (Bildquelle der drei unteren Bilder: Filmblätter 46/54 bzw. 25/55- Köster)

   

Vielen Dank an Gregor Gründer für unteren 3 Bilder (Bildrechte: Heimatarchiv Steglitz)

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