CINEPLEX

Bad Hersfeld (Hessen), Schillerplatz

eröffnet: 1951 - 03.03.1961 (Savoy)
geschlossen: in Betrieb
Sitzplätze: 534 (1951) - 534/340 (1967) - 534/340/65 (1980)
Architekt: Ernst Flemming, Bad Hersfeld
Betreiber: Wilhelm Goerke                               mind.1953-mind.1980    Kinoname: Roxy
Kinocenter Bad Hersfeld                  1983                              neuer Kinoname: Kinocenter
Filmtheaterbetriebe Martin OHG      seit mind.1991                neuer Kinoname ab ca.2007: Cineplex

In nur 80 Tagen Bauzeit eröffnete Wilhelm Goeke 1951 in Bad Hersfeld das "Roxy" (534 Sitze, kein Balkon) als zweites Haus am Platze.

Das Theater verfügte über eine sehr geräumige Kassenhalle mit mehreren raumhohen Fenstern sowie Ausstellungsvitrinen und über ein sehr großes Foyer. Dieses wurde von einer 6 m langen Glasvitrine aus japanischem Rüster und dieser gegenüber von einem 3 m hohen Mattglasfenster, das von außen angestrahlt wurde und mit Gewächsschmuck versehen war, beherrscht. Sessel und Sofa waren mit hochrotem Leder bezogen und goldgelbe Portieren gaben eine besondere Note.

Der Zuschauerraum hatte etwa die Form einer Muschel und war allseitig mit lindgrünem Stoff bespannt , der in der Bühnenrundung gerafft war. Die Decke war zum Teil mit Mando-Akustikplatten verkleidet und lenkte durch eine besondere Linienführung den Blick auf die Bühne, welche für kleine Darbietungen geeignet war und einen goldenen Velvet-Vorhang hatte.

Im Vorführraum sorgten zwei Ernemann-X-Maschinen für ein einwandfreies Bild und eine Eurodyn-Anlage für guten Ton. Ein Magnettongerät ermöglichte die Bespielung der Kassenhalle und eines Werbekioskes in der Nähe des Theaters. E5146

Schon 1961 wurde mit dem "Savoy" ein zweites Lichtspieltheater angebaut. Dad neuerbaute Haus wurde parallel neben dem bereits bestehenden "Roxy" errichtet, so das es möglich wurde. das beide Theater durch einen Eingang erreicht werden konnten und eine gemeinsame Kassenhalle, jedoch getrennte Foyer hatten.. Die Kasse befand sich In der Mitte der Kassenhalle und wies für jedes Theater ein Kassenfenster auf, die im stumpfen Winkel zueinander angeordnet waren, so daß der Verkauf für beide Theater durch eine Kassiererin durchgeführt werden konnte. Das nach einem Entwurf von Architekt Ernst Flemming durchgeführte Vorhaben besaß einen Zuschauerraum mit 340 Sitzplätzen. der mit rotem Velours und einem hellbeigen Vorhang ausgestattet wurde. Das mit grauem Cord bezogene Hochpolstergestühl wurde von Schroder & Henzelmann. Bad Oeynhausen. geliefert. Die intime Note des Zuschauerraumes wurde durch sechs fünfarmige Wandleuchter mit Kristallglasbehang unterstrichen.
Die technische Einrichtung des "Savoy" bestand aus einer Monsun-Öl-Heizung und Belüftungsanlage. Die kinotechnische Anlage bestand aus zwei Ernemann VIII-B-Maschinen. einem Bergfelder-Dia-Automat und selbstentwickelten Geräten für eine weitgehende Automatisierung der Vorführung, die es gestatten. das eine Platzanweiserin vom Zuschauerraum aus den ersten Teil der Vorführung bis zum Ablauf der ersten 1800er-Spule steuern konnte, so das der Vorführer des "Roxy". dessen Vorführraum mit dem dem "Savoy" räumlich verbunden war, lediglich eine neue Spule einzulegen hatte. wahrend die übrigen Betätigungsvorgänge ohne Anwesenheit des Vorführers vollkommen automatisch erfolgten.   E6164 W6135

In den 1970er und 1980er-Jahren wuchs der Komplex durch weitere Kleinkinos, ehe er um 2007 zum "Cineplex" hochgepeppt wurde.




Bilder vom Mai 2009

Foyer 1951 (Bildquelle: Filmecho 46/51)

Saal 1956 (Bildquelle: Der Neue Film 3/1957)

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Datum der Erstellung/letztes Update: 05.04.2026  - © allekinos.com